Sonntag, 27. Dezember 2020

Buchvorstellung: Klosterkind von Anna Castronovo


Heute lege ich ein Buch ans Herz das in der jüngeren, italienischen Vergangenheit spielt.1981 ist Filomena  gerade 7 Jahre alt, als sie aus heiterem Himmel von ihrer Mutter in ein Klosterinternat gebracht wird. Ohne Erklärung lässt sie das kleine Mädchen bei den strengen Nonnen zurück. 

Verzweifelt sucht Filomena nach einer Fluchtmöglichkeit und stößt dabei auf die Geschichte von Seur Maria Crocifissa della Concezione, die sie immer mehr fasziniert.
Im Laufe der Jahre wird die Nonne Immacolata zu ihrer wichtigsten Bezugsperson, die darauf, hofft das, Filomena eines Tages als Nonne dem Kloster beitritt.
Von den ersten Seiten an, stellt sich die Frage warum das Mädchen ins Kloster gebracht wurde und was es mit der Legende  um Madre Crocifissa auf sich hat, diese Legende beruht übrigens auf wahren Begebenheiten. 
Während des Lesens fühlte ich mich um Jahrzehnte zurückversetzt, nicht nur bis ins Jahr 1981, in Italien schien die Zeit stehen geblieben zu sein, das wenige, was man aus dem weltlichen Umfelt Filomenas erfährt, erinnerte doch sehr an die 50er Jahre in Deutschland, von Emanzipation keine Spur. Eine vollkommen fremde Welt in der Männer das Sagen haben und das von Armut und Gewalt geprägt ist. 
 Umso genauer wird das Leben im Kloster beschrieben, der Tagesablauf der Mädchen die dort die vielleicht einzige Chance auf eine gute Schulbildung haben. Der Umgang der Nonnen mit den ihnen anvertrauten Kindern ist zwar streng aber auf eine zurückhaltende Art auch liebevoll und voller Verständnis.

  • Herausgeber : BoD – Books on Demand; 4. Edition (23. Oktober 2018)
  • Sprache: : Deutsch
  • Taschenbuch : 316 Seiten
  • ISBN-10 : 3752821094
  • ISBN-13 : 978-3752821093

Biografie

Anna Castronovo liebt Italien seit ihrer Kindheit – jede Osterferien verbrachte sie im Ferienhaus ihrer Oma in Terracina. Nach der Schule wurde ihr großer Traum wahr: Sie zog ganz in ihr Lieblingsland und studierte in Perugia Italienisch. Kaum war sie wieder zurück in München (hier besuchte sie erst das Sprachen- und Dolmetscherinstitut und schob noch eine Ausbildung zur Redakteurin sowie eine sechsjährige Festanstellung beim DLV nach), lernte sie ihren Mann kennen – einen Sizilianer. Seit gut fünfzehn Jahren verbringt sie mit ihm und ihren beiden Töchtern jedes Jahr mehrere Wochen auf der Insel. Dabei stößt sie immer wieder auf spannende Geschichten und bewegende Schicksale abseits der Touristenpfade, die sie in ihren Romanen verarbeitet.
Seit 2015 hat sie fünf Bücher veröffentlicht, schreibt als freie Journalistin für verschiedene Zeitschriften und arbeitet als Übersetzerin.
Für ihren ersten Sizilienroman „Klosterkind“ gewann sie 2019 den Skoutz Award in der Kategorie „History“. Ihr zweiter Sizilienroman „Fluch der Saline“ hat es auf die Shortlist für den Tolino Newcomerpreis 2020 geschafft.





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