Sonntag, 12. Mai 2019

Sachsenmorde 3 Andreas M. Sturm (Hrsg)

Das ich Kurzgeschichten mag, muss ich wohl nicht mehr erwähnen, dabei ist das Genre relativ egal, aber zu meinen Favoriten gehören natürlich auch bei Kurzgeschichten Krimis.
Mittlerweile habe ich auch Autoren kennengelernt, deren Geschichten ich besonders schätze und freue mich schon immer sehr auf neu Veröffentlichungen von Ihnen. Einige von ihnen haben sich in der Anthologie Sachsenmorde 3 versammelt.
Die einzelnen Geschichten erzählen von Geistern der Vergangenheit, verbalen Entgleisungen die zur Katastrophe führen, Kontrollzwang und Nachbarn die andere einfach nicht in Ruhe leben lassen können. Jede ist auf ihre Art besonders, die eine oder andere stimmt nachdenklich, spannend sind sie alle.
Ich erzähle im Anschluss ganz kurz etwas über jede einzelne Geschichte ohne sie zu werten, nur soviel: Mir hat jede Geschichte auf ihre Art gefallen, auch wenn die eine oder andere etwas vorhersehbar war, überzeugten sie alle durch den Schreibstil und den Aufbau der Geschichte.
Die Geschichten müssen nicht immer überraschende Wendungen haben, damit sie mir gefallen, ich muss sie gern lesen.

Mein Fazit:
Eine durch und durch lesenswerte Anthologie.


  • Taschenbuch: 270 Seiten
  • Verlag: edition krimi; Auflage: 1 (4. März 2019)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3946734227
  • ISBN-13: 978-3946734222



Alte Last von Frank Kreisler

Wenn die Vergangenheit ans Licht zu kommen droht, neigt man schon mal zu Panikreaktionen, wie den Ich Erzähler in der ersten Geschichte, den ein Bauvorhaben in arge Bedrängnis bringt.
Das Ende ist zwar etwas vorhersehbar aber die Geschichte ist gut und interessant erzählt.

Schabernack von Andreas M. Sturm

Es kann der frömmste nicht in Frieden leben wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt.
Dieser Spruch, so alt er auch ist, stimmt leider immer noch, das muss auch die junge Frau erleben, deren Nachbar ihr das Leben schwer macht.
Als sie beginnt sich zu wehren eskaliert die Situation.
Eine böse kleine Geschichte, genau wie ich es mag.

Panta rhei von Anette Schwohl

Die wohl traurigste Geschichte der Anthologie. Tabea und ihre Mutter werden auf Schritt und Tritt von ihrem Vater kontrolliert. Allein die Vorstellung zu keiner Sekunde des Lebens eigene Entscheidungen treffen zu können, löste in mir ein Gefühl der Beklemmung aus. Die Autorin hat die Gefühlswelt eines Kindes auf eindrucksvolle Weise in Worte gefasst.

Am seidenen Faden von Martina Arnold

Hier habe ich mit einem vollkommen anderen Handlungsverlauf gerechnet, da hat die Autorin mich  überrascht.

Strafversetzung von Uwe Wittenfeld 

Manchmal lösen ein paar unbedachte Worte eine Kettenreaktion aus, an deren Ende eine Katastrophe steht. Das muss der Lehrer Schandowsky erfahren als er verbal mit einem Schüler aneinander gerät und darauf hin strafversetzt wird, das seine große Liebe ihm folgt, macht das Ganze nicht wirklich besser.

Falsche Liebe von Connie Roters

Da hat mal jemand genau das bekommen was er verdient hat, gut so denke ich nur wenn ich Krimis lese,aber so geht man einfach nicht mit Menschen um und schon gar nicht mit solchen von denen man geliebt wird.

Ganz unten von Gisela Witte

Anton landet nach einem Brand ganz unten mühselig rappelt er sich wieder auf und steht plötzlich dem Verursacher seines Leids gegenüber.
Kann man in dieser Situation noch klar denken und die Situation kontrollieren um sich die Zukunft nicht zu verbauen? Eine der nachdenklicheren Storys.

Der Besuch aus Chicago von Bernd Köstering

Nach Jahren kehrt Charly (Karl) Zastrow als gemachter Mann aus Chicago nach Chemnitz zurück. Innerhalb von 15 Jahren ist er in Amerika reich geworden und könnte nun die Fabrik retten in der seine früheren Freunde und Kollegen noch heute arbeiten, aber er stellt eine folgenschwere Bedingung. Ganz schön nachtragend der Kollege, aber wer weiß wie man selber handeln würde in seiner Situation.

Der letzte Cognac von Hartwig Hochstein

Zu jedem Krimi ein passendes Getränk, so hält es Heinrich Haber, der Bewohner eines Seniorenheimes, eines dieser Getränke ist ihm nun zum Verhängnis geworden.
Um den Fall zu lösen muss der ermittelnde Kommissar erst mal das Motiv herausfinden und das ist gar nicht so einfach.

Künstlerseele von Franziska Steinhauer

Noch einmal geht es um einen Nachbarschaftsstreit und um eine Katze, hier hat der Täter mein vollstes Verständnis, wie schon eine der Prozeßbeobachterinnen sagte:

Wenn ich mir vorstelle, ich fände meine Cosima...! Und müsste glauben, ich kenne den Täter! Ganz ehrlich, ich glaube mein Hirn ist ähnlich determiniert wie seins.

Hier hat mir der Aufbau der Geschichte besonders gut gefallen.

Siebenundzwanzig von Matthias Ramtke

Die Geschichte trieb mir die Tränen in die Augen, mein Mitleid galt allerdings nicht nur dem Opfer sondern auch den Tätern, um das zu verstehen muss man wahrscheinlich Kinder haben. Ausnahmsweise weiß ich genau woher der Autor die Inspiration für seine Geschichte fand. Die grausamsten Geschichten schreibt das Leben. Ich weiß ich wiederhole mich, den Satz schrieb ich schon in meiner letzen Rezension, aber er trifft wieder einmal erschreckend zu.

Tod einer Hexe von Jan Flieger

Bärchen: dieses Wort besiegelt das Schicksal einer untreuen Ehefrau.
Fremdgehen tut man ja auch nicht.
Ich mag den Schreibstil Jan Fliegers und habe mich auf diese Geschichte besonders gefreut und wurde nicht enttäuscht.

Außer Kontrolle von Andreas M. Sturm

Noch einmal das Thema Rache, diesmal die Rache einer Frau, die sich nicht damit begnügt ihrem ehemaligen Freund an seinem Arbeitsplatz Misskredit zu bringen, sie schreckt auch nicht davor zurück einer unschuldigen jungen Frau Schaden zuzufügen. Vielleicht hätte sie sich das mit der Trennung vorher überlegen sollen.






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