Dienstag, 28. August 2018

Die Erinnerung bewahren

Vor Kurzem las ich das Buch: "Zwischen uns ein ganzes Leben"
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 von Melanie Levensohn. Die Lebensgeschichte einer Verwandten, inspirierte Melanie Levensohn, dieses Buch zu schreiben.



Im Laufe seines Lebens sammelt der Mensch viele Erinnerungen, die meisten von ihnen verblassen nach kurzer Zeit. An manches erinnern wir uns auch nach Jahren, so als wäre es gerade erst geschehen, oder wir verdrängen es komplett aus unserem Gedächtnis, weil das Erlebte unwichtig war oder so unangenehm, dass unser Gehirn uns davor schützt. Es gibt aber auch Geschehnisse, die nicht den Einzelnen betreffen, sondern die gesamte Menschheit, der Holocaust gehört dazu. Die Erinnerung daran muss bewahrt und an nachfolgende Generationen weitergegeben werden, um zu verhindern, dass jemals wieder ein Verbrechen solchen Ausmaßes geschieht.

5,3 bis 6,3 Millionen Menschen jüdischen Glaubens wurden in den Jahren 1941 bis 1945 systematisch ermordet.
Männer, Frauen und Kinder verhungerten, verstarben an Krankheiten, durch Experimente der Nazis, wurden erschossen und vergast. Familien wurden auseinandergerissen.
Europaweit errichtete das Naziregime Vernichtungslager, die bekanntesten sind wohl Auschwitz, Theresienstadt, Bergen-Belsen und Dachau.

Wer bewahrt die Erinnerung?

1953 beschloss das israelische Parlament, die Knesset, das Gesetz Yad Vashem, dieses Gesetz ist nicht zu vergleichen mit einem Gesetz wie wir es kennen. Hier ein Auszug:


Das Gesetz zur Erinnerung an Holocaust und Heldentum - Yad Vashem, 5713/1953
1. Hiermit wird in Jerusalem eine Gedenkstätte, Yad Vashem, eingerichtet:
(1) Für die sechs Millionen Angehörigen des jüdischen Volkes, die zu einem qualvollen Martyrium, zur Vernichtung verdammt und hingemordet wurden von den Nationalsozialisten und ihren Helfern;

Allerdings nahm das Yad Vashem Archiv schon 1946 unter der Leitung von Dr. Sarah Friedlaender seine Arbeit auf und sammelte die schon während des Krieges zusammengetragenen Dokumente von Zeitzeugen aus den Ghettos und Lagern, historischen Kommissionen und Forschern. Anstoß zu diesem Archiv gaben die Nachrichten, die die jüdische Gemeinschaft in Eretz Israel schon während des Krieges erreichten. Mordechai Shenhavi schlug sowohl das Gedenkprojekt als auch den Namen vor: Yad = Denkmal und Shem = Name. Einen ewigen Namen, der nicht vergehen soll.

Zum Archiv gehört die
Zentrale Datenbank der Namen der Holocaustopfer.
Gemeinsam mit seinen Partnern hat Yad Vashem Namen und Biografien von Millionen von Opfern des Holocaust gesammelt und aufgezeichnet. Viereinhalb der sechs Millionen Ermordeten  wurde so ein Denkmal gesetzt. Die Datenbank enthält Informationen zu den Opfern des Holocaust: zu denen, die ermordet wurden und zu denen, deren Schicksal noch zu klären ist.
Hier kommt ihr zur  Datenbank     

Das Projekt: Stolpersteine
Sie sind klein und unscheinbar, aber sie erhalten die Erinnerung wach an Menschen, die von Nationalsozialisten ermordet, misshandelt und gedemütigt wurden: Kleine Messingtafeln, die an den Wohnorten der Opfer in den Gehweg eingelassen wurden. Bis 2015 wurden europaweit 55000 Stolpersteine verlegt. Die Idee zu den Stolpersteinen hatte der Kölner Künstler Gunter Demnig, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, genau dort an die Gräueltaten zu erinnern, wo sie ihren Anfang nahmen, nämlich genau unter uns. Diese Steine liegen in meiner Heimatstadt Bünde/Westf. in der Hindenburgstraße.
Urheber: Hiddenhauser

Nähere Informationen findet ihr Hier.

Das United States Holocaust Museum in Washington.
Im Museum berichteten viele Überlebende des Holocaust von ihren Erlebnissen, sie besuchen Schulen und andere Einrichtungen um die Erinnerungen wachzuhalten. Ihr Schicksal wurde niedergeschrieben und Interviews mit ihnen aufgezeichnet. Diese können als Podcast abgerufen werden.
Im Museum arbeiten fast 80 Holocaust-Überlebende, die als Freiwillige die Öffentlichkeit begrüßen, als Reiseleiter fungieren und ihre persönlichen Geschichten erzählen. Zusätzlich zu ihrer Outreach-Arbeit verbringen freiwillige Helfer ihre Zeit in der Museumsbibliothek und in den Archiven, wo sie anderen Überlebenden und ihren Familien dabei helfen, Informationen über sich selbst und ihre Angehörigen zu finden. Ihre Anwesenheit ist von unschätzbarem Wert und ihre Beiträge sind für die Mission der Institution von entscheidender Bedeutung.
Leider gibt es den Internetauftritt des Museums nicht auf Deutsch.


Es gibt viele Organisationen, die die Erinnerung an eines der schlimmsten Kapitel der Menschheitsgeschichte wach halten, egal wie groß die Reichweite oder ihre Bedeutung ist, sie haben eines gemeinsam.: Sie wollen verhindern, dass das Schicksal von Millionen Menschen in Vergessenheit gerät oder verleugnet wird.




Weitere wichtige Organisationen und Gedenkstätten.
https://www.its-arolsen.org/
https://museum-bisingen.de/
https://www.ushmm.org/ (leider hat die Webseite keine deutschsprachige Übersetzung)
https://www.kz-gedenkstaette-dachau.de/
https://www.annefrank.org/de/

Bildquellen und Lizenzen

https://commons.wikimedia.org/wiki/File:IL-yadvash-halle-namen.jpg?uselang=de
https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Hindenburgstra%C3%9Fe_1_1.jpg?uselang=de

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