Am Anfang war das Haus. Dann kam das Kind. Mit ihm ward Familie. Und diese Familie wünscht man niemandem. Feline Lang, Kopf und Stimme der theatralischen DarkCabaret-Band Feline & Strange, legt mit ihrer Romantrilogie ein Gesamtkunstwerk vor. Ein sehr lebendiges Puppenhaus lockt dich im ersten Band zunächst in ein schmerzvolles Familiendrama voller Sehnsucht und Schuld – aber es sind Puppen, die hier kämpfen und leiden. Oder nicht? Und wer spielt eigentlich mit diesen Puppen? Ein scheinbar unentwirrbarer Bildrausch aus löchrigen Realitäten, sarkastischen Wortgemetzeln, herumirrenden Fragezeichen und verknoteten Zeitebenen sperrt dich mit der literarischen Konvention zusammen im Keller ein. Doch was ist dieses seltsame Kind. Seit wann hat ein Puppenhaus einen Keller. In diesem Haus ist nichts, wie es scheint?
Feline Lang entführt ihre Leser und Leserinnen mit dem ersten Band der Romantrilogie "Das Puppenhaus (Eingefangen)" in eine faszinierende Welt, in der herkömmliche literarische Regeln außer Kraft gesetzt werden. Die Geschichte offenbart sich als eine Mischung aus erfrischender Innovation und verblüffender Verwirrung, da die Autorin geschickt ein unkonventionelles Setting gestaltet, das die Leser in seinen Bann zieht.
Es beginnt mit der Einführung des »HAUSES«, das als Verwalter aller Geschichten dient. Der Erzähler, der behauptet, das Haus zu sein, erklärt: »Das Haus bin ich. Und die anderen, das sind meine Puppen.« Die Geschichte entwickelt sich, indem nach und nach die Bewohner des Hauses vorgestellt werden, angefangen bei Theodore und Irene. Jede Figur nimmt eine einzigartige Rolle im Haus ein, und ihre Interaktionen bilden das Gewebe einer komplexen Erzählung.
Draußen herrscht Krieg, das Haus stellt sich als einzig sicherer Ort da, was zu einer tiefen Verwobenheit von Realität und Fantasie führt. Die Geschichte entfaltet sich in einer Weise, die den Leser dazu verleitet, selbst nach Bedeutungen und Interpretationen zu suchen.
Meine persönlichen Interpretationen führten mich zu der Idee, dass ein Kind in einer lieblosen Familie aufwächst und seine traumatischen Erfahrungen durch ein komplexes Spiel im Puppenhaus verarbeitet. Die Figuren, wie die lieblose Mutter Irene und der auf Irene fixierte Vater Theodore, werden zu Marionetten in diesem Spiel, das vom Kind gesteuert wird – ein verzweifelter Versuch, Liebe und Aufmerksamkeit zu erlangen.
Die weiteren Familienmitglieder, die im Laufe der Geschichte ins Puppenhaus einziehen, scheinen nur dazu da zu sein, um das Haus mit Geschichten zu füllen.
Mit knapp 400 Seiten, einschließlich einiger Illustrationen, stellt das Buch "Das Puppenhaus (Eingefangen)" von Feline Lang eine intellektuelle Herausforderung dar. Ich musste immer wieder Pausen einlegen, um die komplexen Knoten in meinem eigenen Verständnis zu entwirren, was die Leseerfahrung zu einer intensiven, aber auch lohnenden Reise machte. Inmitten dieser fesselnden Erzählung fand ich mich jedoch selbst am Ende der Geschichte in einem Zustand der Unsicherheit wieder. Ich kann nicht mit Sicherheit sagen, ob meine eigene Interpretation auch nur annähernd das einfängt, was die Autorin ihren Lesern und Leserinnen vermitteln wollte. Trotz dieser Unsicherheit genoss ich das Buch sehr und ich bin gespannt auf die Fortsetzungen, die vielleicht den Schleier des Verständnisses etwas mehr lüften. "Das Puppenhaus (Eingefangen)" bietet mehr als nur eine Geschichte – es ist eine Einladung zur Reflexion und zur Entdeckung der tiefen Schichten menschlicher Emotionen und Beziehungen.
Illustriert wurde dieses Buch von den Künstlern: von Holger Much, benSwerk, Franca Bartholomäi, Maria Salouvardou und Merlin J. Noack,
- Herausgeber : Edition Outbird; 1. Edition (3. November 2023)
- Sprache : Deutsch
- Broschiert : 398 Seiten
- ISBN-10 : 3948887500
- ISBN-13 : 978-3948887506

Vielen Dank, Manuela, für die Vorstellung dieses Buchs! Das muss ich unbedingt lesen.
AntwortenLöschenIch hoffe das es dir dasselbe Leseerlebnis bietet wie mir.
LöschenHurra <3 viel Spaß dabei!
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