Inhalt: In den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs ermittelt der Ortspolizist Jens Druwe im Schleswig Holsteinischen Kattrup in einem Mordfall. Der Parteifunktionär Gerhard Lessling wurde erschlagen auf einem Feldweg aufgefunden. Ein Schuldiger ist auch schnell gefunden. Der entflohene Sträfling Steinfeld, ist der perfekte Täter. Aber Druwe, der früher bei der Berliner Kriminalpolizei arbeitete, zweifelt an dessen Schuld und er setzt alles daran den wahren Mörder zu überführen, koste es was es wolle.
Meine Meinung:
Krimis die vor oder nach den Weltkriegen spielen, habe ich schon einige gelesen, dies ist mein erster Krimi der im Krieg spielt.
Die Nationalsozialistische Regierung ist in Auflösung begriffen, der Krieg eigentlich schon verloren und doch sollen alte Strukturen mit Gewalt aufrechterhalten werden, während sich die führenden Köpfe auf ihre Flucht vorbereiten.
In der norddeutschen Provinz scheint die Front noch sehr fern zu sein und das Leben geht noch seinen gewohnten Gang.
Bis das kleine Örtchen durch den Mord aufgeschreckt wird. Druwe wird von dem Fall abgezogen, als Ortspolizist ist er nicht zuständig und er muss die Ermittlungen offiziell an die Kripo abgeben, nur durch seine Freundschaft mit Kommissar Oberbauer kann er versuchen die wahren Hintergründe des Mordes aufzudecken.
Dieser historische Krimi benötigt wieder einmal zwei Blogebeiträge. Bei mir findet ihr die spannenden Aspekte und bei Frau Goethe liest, wird wie gewohnt das Augenmerk auf den historischen Aspekt gelegt.
#zweiblogseinbuch für eine umfangreiche Betrachtung von historischen Krimis.
War es denn spannend?
Ja sehr, sei es die Geschichte Jens Druwes, der sich weigerte in die SS einzutreten und sich Dank der Fürsprache seines Vorgesetzten an der Front *beweisen* sollte, dort allerdings weigerte er sich Zivilisten zu ermorden, was ihn auch wieder in Schwierigkeiten brachte. Druwe hat also für die damalige Zeit einen zu eigenen Willen und ein Rechtsempfinden das mit dem des Regimes kollidiert.
Es ist sehr interessant seinen Gedankengängen und seiner Art zu ermitteln zu folgen, beides ist für die damalige Zeit sehr modern.
Ebenso spannend ist es zu erfahren was die Ranghöchsten Mitglieder der Regierung zu der Zeit alles organisierten, um ihre Schäfchen ins Trockene zu bringen, hier hat der Autor Michael Jensen meiner Meinung nach hervorragend recherchiert und Fakten mit Fiktion in perfekte Harmonie zu bringen.
Der Schreibstil Michael Jensens ist flüssig und bildhaft, ohne das er sich allzu sehr an Kleinigkeiten festbeißt, gerade bei den Personenbeschreibungen lässt er Raum für die eigene Vorstellungskraft, das ist etwas das ich sehr schätze.
Ich vergebe für Totenland eine absolute Leseempfehlung und freue mich auf weitere Fälle mit Jens Druwe.
- Taschenbuch: 400 Seiten
- Verlag: Aufbau Taschenbuch; Auflage: 1 (12. Juli 2019)
- Sprache: Deutsch
- ISBN-10: 3746634601
- ISBN-13: 978-3746634609

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