Deshalb war mein Interesse an „Dunkel wie die Nacht“ sofort geweckt. Und nach dem Lesen kann ich sagen: Für mich steht dieser Band dem Vorgänger in nichts nach.
Die Handlung führt wieder nach Nordnorwegen, in den kleinen Ort Kjerringøy, umgeben von Bergen und Meer. Dort wird beim Eisbaden eine Leiche gefunden, ausgerechnet von Tuva. Der Tote ist ihr Freund Emilio, der eines Tages plötzlich verschwand und von dem sie dachte, er hätte sie einfach verlassen. Kurz darauf wird eine junge Frau tot aufgefunden, die 20-jährige Veronika. Zunächst steht Selbstmord im Raum, doch daran kommen bald Zweifel auf. Vieles deutet darauf hin, dass beide Todesfälle zusammenhängen.
Jakob Weber und Noora Yun Sande nehmen die Ermittlungen auf und haben schon bald den Leiter einer Suchtklinik im Blick, Hermann Kjerschow. Doch er ist nicht der einzige Verdächtige. Auch Stein-Jarle Lie, den man bereits aus dem Iselin-Hanssen-Fall kennt, scheint in die Geschehnisse verwickelt zu sein.
Mir hat gut gefallen, dass der Roman ruhig Spannung aufbaut, statt ständig neue Wendungen oder große Actionszenen zu liefern. Die wechselnden Perspektiven, auch die Tagebucheinträge aus Sicht des Täters, haben mich dabei besonders nah an die Geschichte herangeführt. Dadurch hatte ich immer wieder das Gefühl, nah am Geschehen zu sein. Mehr als einmal war ich mir sicher, den richtigen Verdächtigen gefunden zu haben, nur um kurz darauf wieder ins Grübeln zu geraten.
Besonders gefreut habe ich mich über das Wiedersehen mit Jakob und Noora. Die beiden sind inzwischen ein gut eingespieltes Team, wirken dabei aber sehr menschlich. Noora hat noch immer mit den Folgen ihrer Verletzungen zu kämpfen, körperlich wie psychisch, versucht das aber vor ihren Kollegen zu verbergen. Auch Jakob trägt seine eigenen Konflikte mit sich herum. Genau das macht die Figuren für mich so glaubwürdig, in diesem Band sind sie mir noch einmal näher gekommen.
Auch das nordische Setting trägt viel zur bedrückenden Atmosphäre bei und passt sehr gut zur ruhigen, dichten Erzählweise. Die Geschichte bleibt durchgehend interessant, vor allem die Frage, wie alles miteinander zusammenhängt, hat mich bis zum Ende begleitet. Dabei wirkt der Roman nie überladen, sondern bleibt klar und konzentriert erzählt.
An dieser Stelle auch ein Lob an die Übersetzer Günther Frauenlob und Maike Dörries, die den Ton der Geschichte sehr stimmig ins Deutsche übertragen haben.
- Herausgeber : Pendragon
- Erscheinungstermin : 6. Juli 2026
- Auflage : 1.
- Sprache : Deutsch
- Seitenzahl der Print-Ausgabe : 356 Seiten
- ISBN-10 : 3865329640
- ISBN-13 : 978-3865329646
- Lesealter : Ab 16 Jahren
- Originaltitel : NATTEN REISER ALENE

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