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Mittwoch, 25. Februar 2026

Sie war es. Sie war es nicht von Nicci Cloke (Autorin), Ulrike Clewing (Übersetzerin)

Klappentext:
»Sie haben es verdient!«


Katie Coles erster Satz bei ihrer Verhaftung lässt sie innerhalb weniger Stunden zur Hauptfigur eines Skandals werden, der die Nation in Atem hält: Ist sie die eiskalte Mörderin, die vier einflussreiche Mitglieder von Londons exklusivstem Privatclub vergiftet hat? Während die Öffentlichkeit über Schuld und Unschuld urteilt, bilden sich fünf Männer ihre ganz eigene Version der Wahrheit.

Ihr Vater: sieht in ihr noch immer das unschuldige kleine Mädchen.
Ihr Jugendfreund: teilt mit Katie eine ungute Faszination für Verschwörungstheorien.
Ihr Ex-Liebhaber: verflucht den Tag, an dem er Katie verfiel.
Ihr Anwalt: ahnt, dass Katie nicht die ganze Wahrheit erzählt.
Der Journalist: wittert seine ganz große Story.

Fünf Männer. Jeder von ihnen erzählt eine andere Geschichte. Doch wer kennt das wahre Gesicht von Katie Cole?

Nicci Clokes „Sie war es. Sie war es nicht.“ ist ein Psychothriller, der mit einer ungewöhnlichen Erzählstruktur punktet. Fünf Männer, ihr Vater, ihr Jugendfreund, der Ex-Liebhaber, ihr Anwalt und ein Journalist, rekonstruieren die Geschichte von Katie Cole, die des Mordes an vier einflussreichen Clubmitgliedern angeklagt ist. Jeder von ihnen bietet seine eigene Perspektive auf ihre mögliche Schuld oder Unschuld, was dem Roman einen cleveren Rashomon-Effekt verleiht.

Zu Beginn irritierte mich dieser Stil: ein Mosaik aus männlichen Stimmen, die Katie direkt ansprechen, sie mal idealisieren, mal verdammen. Ich musste mich erst einlesen und blätterte immer wieder zurück, um den Faden zu behalten. Doch irgendwann klickte es. Genau das will Cloke zeigen: wie subjektiv Wahrheit ist, wie Wahrnehmung, Manipulation und Vorurteile Realitäten formen. Zumindest lese ich es so, und es funktioniert auf einzigartige Weise.

Katie blieb für mich bis zum Schluss ein Rätsel, und meine Sicht auf sie änderte sich mehrfach. Gerade darin liegt die Stärke des Romans, denn jeder Mann erzählt seine Wahrheit, und jedem war ich zwischenzeitlich geneigt zu glauben.

Trotz der Komplexität las sich das Buch flüssig, sobald ich  „drin“ war. Die Auflösung belohnt die Geduld, die ich  unterwegs aufbringen musste.

Insgesamt ist „Sie war es. Sie war es nicht.“ ein empfehlenswertes Buch für Leserinnen und Leser, die Thriller mit intellektueller Tiefe und narrativer Experimentierfreude schätzen. Kein Mainstream-Stoff, aber wer sich darauf einlässt, wird mit einem besonderen Lesevergnügen belohnt.

 

  • Herausgeber ‏ : ‎ Penguin Verlag
  • Erscheinungstermin ‏ : ‎ 25. Februar 2026
  • Auflage ‏ : ‎ Deutsche Erstausgabe
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Seitenzahl der Print-Ausgabe ‏ : ‎ 448 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 3328604731
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3328604730
  • Originaltitel ‏ : ‎ Her Many Faces

 


















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