„Konzerte“ beginnt mit einem Intro, das wie die Overtüre einer Symphonie sofort auf das intensive Leseerlebnis einstimmt und mich an Konzerte erinnerte, die ich besucht habe, oder an die Musik, die ich je nach Stimmung gern höre. Das half mir sehr, mir die Musik, die das verbindende Element aller zehn Geschichten ist, vorzustellen.
Die Anthologie beginnt mit der Story „Totensongtag“, mit einer Tanzparty, die Jugendliche am Vorabend des Totensonntags im Gemeindehaus veranstalten und die trotz Tanzverbot bis weit nach Mitternacht andauert mit schreckliche Konsequenzen , oder dem sehr berührenden „Requiem für tote Träumer“.
Besonders diese Story berührte mich sehr. Die Geschichte des 97-jährigen Selig Liebermanns sollte im KZ enden, doch sein Requiem, das er für den brutalen SS-Mann Holdt spielt, weckt tief verborgene Emotionen und rettet ihm das Leben, und so kann er seine Komposition in die Hände seines Enkels Ephraim legen, dem er das Versprechen abnimmt, sie gut zu verwahren.
Trotz des allgegenwärtigen Horrors mit gelungenen Anklängen an Poe und Lovecraft, ohne je zu kopieren, zauberte mir „Das Biest“ sogar ein Schmunzeln ab. Der Name des Ermittlers kam mir sofort bekannt vor. Kommissar Michael Marrak, und ja, der Autor selbst räumt ein, dass es nicht der bekannte Schriftsteller ist, ermittelt in einem mysteriösen Todesfall, bei dem eine Hammondorgel eine teuflische Rolle spielt, und gerade in dieser Story geht es besonders blutig zu.
Ein besonderes Highlight ist „Der Bildspieler und die Wüstenfische“. Diese Mischung aus Comic und Text macht die Story noch ein gutes Stück weit interessanter als sie ohnehin schon ist, auch wenn die Schrift im Comicteil manchmal etwas schlecht zu lesen ist. Aber das ist Jammern auf ganz, ganz hohem Niveau, denn das ist das Einzige, was ich an dieser Anthologie zu bemängeln habe.
Ich sage selten etwas zur Aufmachung eines Buches, aber in diesem Fall muss ich eine Ausnahme machen. Schon der erste Eindruck überzeugt. Das Cover ist ein absoluter Hingucker, und unter dem Schutzumschlag verbirgt sich ein hochwertiger roter Leineneinband, verziert mit einem gedruckten, goldenen Totenkopf. Die Covergestaltung und die Innenillustrationen sind von Heiko Schulze (Falpico), und die Musik auf der beiliegenden CD ist von Dunkelpoet, also vom Autor Tobias Bachmann persönlich. Diese habe ich mir natürlich auch angehört und das eine oder andere Stück gefällt mir richtig gut, zugegeben nicht jedes aber wie schon im Intro so schön gesagt wird, es ist nicht wichtig das jeder den gleichen Geschmack hat, es ist wichtig den Geschmack des anderen zu tolerieren. Erhältlich ist das Buch als limitierter Privatdruck in einer Auflage von 125 Stück in der
erschienen
Meine Ausgabe ist die Nummer 120 und von Tobias Bachmann und Falpico (Heiko Schulze) signiert.
INTRO: DIE LETZTE SYMPHONIE
TOTENSONNTAG
NECRONOMICHOR
DIE KLANGKATHEDRALE
DER FALL DER GRUPPE US & HER
DAS BIEST
WINTERJAZZ
REQUIEM FÜR TOTE TRÄUMER
DER BILDSPIELER UND DIE WÜSTENFISCHE
OUTRO: DIE LETZTE SYMPHONIE (REPRISE)
ZUGABE: NACHKLANG
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