Der Titel „Berliner Werwolf“ hat mich dazu gebracht, mir zu überlegen, warum der Autor Stefan Schweizer gerade diesen gewählt hat. Werwölfe stehen für eine Verwandlung unter großem Druck, für ein Leben zwischen Zivilisation und Gefahr. So scheint der Titel den inneren und äußeren Kampf von Gerry Geilen widerzuspiegeln.
Gerry Geilen ist Oberstaatsanwalt. Sein Weg die Karriereleiter hinauf wird gestoppt, als er den Auftrag erhält, rechtspopulistischen Kreisen Sprengstoffanschläge nachzuweisen und gegebenenfalls auch anzuhängen. Der politische Druck wächst, Intrigen und Gewalt werden zu seinem Alltag. Bald wird Geilen klar, dass die größte Bedrohung nicht von außen, sondern aus den eigenen Reihen kommt. Seine Welt gerät aus den Fugen, und er muss Wege finden, um zu überleben.
Stefan Schweizer schildert diese Geschichte mit klarer und präziser Sprache. Die Handlung ist direkt, die Atmosphäre dicht und beklemmend. Zwischen Drogen, Macht und Verrat zeichnet sich ein Bild von Berlin ab, das seine Schattenseiten nicht versteckt. Liebe, Hass und moralische Härte durchdringen die Handlung, ohne dass der Autor sie unnötig verklärt.
Fazit:
Berliner Werwolf ist ein Roman, der in eine dunkle Großstadtwelt eintaucht, in der Moral oft dem Überlebenswillen weicht. Für Leserinnen und Leser, die keine leichte Kost suchen, sondern ein Buch, das gesellschaftliche Abgründe mit literarischem Anspruch erforscht, ist dieser Thriller eine durchaus gute Wahl.
- Herausgeber : MainBook
- Erscheinungstermin : 30. September 2024
- Auflage : 1.
- Sprache : Deutsch
- Seitenzahl der Print-Ausgabe : 285 Seiten
- ISBN-10 : 3911008317
- ISBN-13 : 978-3911008310

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