Die Generalprobe zum Sommernachtstraum wird zum Alptraum, als die Leiche des Regisseurs Mateo Ander auf der Unterbühne entdeckt wird. Zwar heißt es, dass eine Generalprobe schiefgehen muss, damit das Stück ein Erfolg wird, aber ein Mord geht dann doch zu weit. Polizeiinspektorin Antonia Ranik übernimmt gemeinsam mit ihrem Kollegen Ferdl Berger den Fall, den ihr Vorgesetzter Chefinspektor Hufnagel vielleicht etwas vorschnell für einen Unfall hält.
Dies ist nicht nur der erste Fall für Antonia Ranik, es ist auch der erste Kriminalroman der Autorin Konstanze Breitebner, die bisher für Theater, Film und Fernsehen geschrieben hat. Diese Erfahrung spüren die Leserinnen und Leser auch – die Autorin kennt sich aus in der harten Welt des Theaters, Friede, Freude, Eierkuchen sucht man hinter den Kulissen vergeblich. Breitebner schafft es meisterhaft, die Spannung und die Dramatik der Theaterwelt einzufangen und gleichzeitig eine dichte Krimihandlung zu weben.
Ich mochte die junge Polizeiinspektorin Antonia, die sich aus Wien in die Kleinstadt versetzen ließ. Sie hat ein gutes Auge für Details und bringt frischen Wind in das Ermittlerteam. Ihre Entschlossenheit und ihr scharfer Verstand machen sie zu einer sympathischen und glaubwürdigen Protagonistin. Besonders interessant ist ihr Zusammenspiel mit ihrem Chef, der vielleicht etwas vorschnell Schlüsse zieht.
An den Schreibstil der Autorin musste ich mich zunächst gewöhnen, ebenso wie daran, dass der Kriminalfall zu Beginn der Story noch etwas im Hintergrund blieb. Doch nach einigen Seiten lösten sich diese „Kleinigkeiten“ in Luft auf, sodass ich das Buch bis zum Ende genießen konnte. Breitebners Erzählweise zeichnet sich durch eine präzise und dennoch lebendige Sprache aus, die die Atmosphäre der Theaterwelt und die Spannung des Kriminalfalls gekonnt vermittelt. Die Beschreibung der Figuren und ihre Beziehungen zueinander sind ebenso gut gelungen und verleihen der Geschichte zusätzliche Tiefe.
Der Krimi bietet eine bunte Mischung an Verdächtigen aus dem Theaterensemble, die alle ihre eigenen Motive und Geheimnisse haben. Jeder könnte der Mörder sein. Die Autorin versteht es, falsche Fährten zu legen und den Leser bis zum Schluss im Unklaren zu lassen. Besonders gelungen finde ich, wie sie die Theaterkulisse nutzt, um die Spannung zu steigern. Die hektischen Proben vor der Premiere tragen viel zur Stimmung bei.
die Mischung aus Dialekt und Hochdeutsch in den Dialogen trägt zur Atmosphäre bei, ohne dabei zu übertrieben oder unverständlich zu wirken.
Zusammenfassend kann ich sagen, dass „Tod auf der Unterbühne“ ein äußerst gelungener Krimi ist, der nicht nur durch seine spannende Handlung, sondern auch durch seine gut gezeichneten Charaktere und das authentische Theatermilieu überzeugt. Konstanze Breitebner hat ein Debüt vorgelegt, das Lust auf mehr macht. Ich hoffe, dass dies nicht der letzte Fall für Antonia Ranik war und freue mich schon auf weitere Ermittlungen der sympathischen Polizeiinspektorin.
Fazit: Ein spannendes Debüt, das nicht nur Krimifans, sondern auch Theaterliebhaber fesseln dürfte. Perfekt als packende Urlaubslektüre! Besonders empfehlenswert für alle, die Regionalkrimis mit viel Atmosphäre und gut gezeichneten Figuren schätzen.
- Herausgeber : Servus; 1. Edition (23. Mai 2024)
- Sprache : Deutsch
- Broschiert : 320 Seiten
- ISBN-10 : 371040374X
- ISBN-13 : 978-3710403743

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