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Montag, 3. Januar 2022

Im Eis von Vincent Voss

 


Amelie Fischer ist Professorin am Institut für Ethnologie in Hamburg und weiß alles über die dritte deutsche Polarexpedition 1878 zum Nordpol. Das denkt sie jedenfalls, bis ihr ein Dachbodenfund in die Hände gespielt wird. Nicht die Entdeckung einer eisfreien Passage, nicht die Erforschung des ewigen Eises war das eigentliche Ziel, sondern ein Schiff namens »Sirene« sicher ins Eis zu geleiten. Je mehr sie herausfindet, umso geheimnisvoller erscheint die Expedition in der Nachbetrachtung. Und als sie beschließt, selbst eine Gruppe von Wissenschaftlern in den Nord-Osten Grönlands zu führen, um die Sirene zu bergen, bringt sie ihr Leben in Gefahr.


Die Professorin Amelie Fischer hat sich völlig der dritten deutschen Polarexpedition verschrieben, sie verfügt über ein Wissen, das seinesgleichen sucht und sie ist der felsenfesten Überzeugung alles über die Expedition und seine Teilnehmer zu wissen. Bis zu dem Tag, an dem ihr jemand Tagebuchseiten in die Hände spielt, die verfasst vom Kapitän der *Teutonia* Johannes Werkmeister, den wahren Grund der Reise offenbaren. Ihr geheimer Auftrag lautete, mit der Teutonia und einem weiteren Schiff der *Morgenröte*: sicheres Geleit für die *Sirene* die unter dem Kommando des zwielichtigen Kapitäns Braun steht  bis zur Walfangstation Sabine Islands zu gewährleisten. Diese Tagebuchseiten erschüttern ihr fast romantisch zu nennendes Bild Werkmeisters zutiefst.  

Als sie das Angebot zu einer Forschungsreise erhält, um die Sirene im Eis zu finden, zögert sie nicht, trotz der eindringlichen Warnung eines Wissenschaftskollegen.

Mehr verrate ich euch zum Inhalt nicht, das ist nicht viel mehr als im Klappentext steht, aber wenn ich mehr schreiben müsstet ihr das Buch nicht lesen, weil ich aus dem nacherzählen nicht mehr herauskäme und das würde euch zwar Fakten aus dem Buch verraten, aber nichts von dem Gefühl vermitteln können, das ich auf jeden Fall beim Lesen hatte. 
Besonders der historische Teil des Buches, die Tagebucheintragungen Werkmeisters, die im Buch grau abgesetzt sind, vermittelten ein beklemmendes Gefühl, die Schiffe dringen in eine lebensfeindliche Umgebung vor, in der Gefahren lauern, denen man sich nicht gern aussetzt, Eisbären, Packeis, Kälte. Bald schon herrscht an Bord der Teutonia und der Morgenröte, die Angst und Wahnsinn scheint um sich zu greifen, denn vieles von dem, was geschieht und was Mannschaft und Kapitäne zu sehen und zu spüren glauben kann so nicht sein, oder doch?
Und wie ergeht es Amelie und ihrer Crew? Auch sie wird von seltsamen Ereignissen heimgesucht und zweifelt immer mehr an der Expedition, Zweifel, die sie in tödliche Gefahr bringen. Denn auch an Bord der  Frost ihrem Expeditionsschiff gehen seltsame Dinge, vor die ihren Höhepunkt am Ende der Reise erreichen.

Als ich dieses Buch erwarb, las ich in einer Empfehlung: Sie deutsche Antwort auf Dan Simmons' »Terror«: dunkel, spannend und atmosphärisch dicht. Dan Simmons' Buch kenne ich leider nur vom Titel, aber auf jeden Fall hält * Im Eis * das Versprechen auf eine düstere und spannende Story. Ich bin wieder einmal von der Gabe Vincent Voss' begeistert, seine Leser in den Bann zu ziehen. Die 400 Seiten lesen sich weg wie nix und von mir aus hätten es noch einmal so viele sein dürfen. Und wieder einmal trifft mich die Erkenntnis, dass ich kaum in Worte fassen kann, wie sehr mich ein Buch beeindruckt hat. Darum nochmal in der Kurzfassung: Lest das Buch.

  • Herausgeber ‏ : ‎ Low, Torsten; Erstausgabe Edition (20. November 2021)
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Taschenbuch ‏ : ‎ 400 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 3966290189
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3966290180


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