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Freitag, 5. November 2021

8 Fragen 8 Antworten Ein Interview mit F. E. Møle

Guten Morgen ihr Lieben, im Rahmen der OBM2021 hatte Besuch im Bücherhaus, den ich euch heute in Form eines Interviews gern vorstellen möchte. 
F.E.Mole. 
Ich gebe ja zu, ich hatte ein wenig Angst vor dem Buch das ich im Vorfeld gelesen hatte, aber wie ihr aus meiner gestrigen Rezension ersehen könnt, war ich sehr überrascht und erschüttert von der Geschichte, die erzählt wird.

Liebe/r F.E.

Herzlich willkommen im Bücherhaus, Kaffee,Kekse, Bier und Saft stehen bereit, bitte bedien dich.

Kommen wir gleich zur ersten Frage.

1) Wie spreche ich dich am besten an? Deine Initialen lassen ja viel Raum für Interpretationen.

( )Weiblich

( ) Männlich

( ) Divers

( ) Geht dich gar nichts an

(X) Ist doch egal:

Ich möchte mein Geschlecht ganz bewusst offenhalten. Weil es einfach keine Rolle spielt. Denn in meinen Thrillern geht es nicht um mich, sondern um die Figuren und ihre Geschichten.


2) Nachdem wir das geklärt haben, beschreibe dich doch bitte mal in 5 Worten.

Kreativ – empathisch – (manchmal zu) direkt.


3) Wärest du nicht Schriftstellerin/ Schriftsteller geworden, was wäre dein Traumberuf, bzw. was ist dein Brotjob?

Während andere Kinder schon früh wussten, dass sie Feuerwehrmann oder Prinzessin werden wollen, hatte ich noch gar keinen Plan. Auch heute gibt es so etwas wie einen Traumjob nicht für mich. Ich bin sehr vielseitig interessiert und hätte deshalb von der Maurerlehre bis zum Psychologiestudium jeden Weg einschlagen können. Um möglichst viel Abwechselung zu haben, viel zu erleben und mich mit Storytelling auseinanderzusetzen, habe ich mich für einen Brotjob im journalistischen Bereich entschieden.


4) Was sagt dein privates Umfeld denn zu den Büchern die du schreibst?

Dass ich schreibe und bereits veröffentlicht habe, wissen nicht viele, nur mein wirklich engstes Umfeld. Hier ist das Feedback ähnlich wie von Fremden: Einige mögen mein Debüt sehr, andere können gar nichts damit anfangen oder mussten es abbrechen. Über ein solches Feedback bin ich allerdings viel dankbarer, da es eben sehr ehrlich ist.



5) Welches Schullektüre hat dir am Besten gefallen und welche mochtest du gar nicht?

Ich erinnere mich noch gut an „Pedro und die Bettler von Cartagena“ – eine Geschichte über Straßenkinder in Kolumbien, „Tod eines Handlungsreisenden“ hat mich damals auch sehr berührt. Ansonsten war ich in der Schulzeit eher rebellisch unterwegs (vielleicht auch faul) und habe die Pflichtlektüren nicht gelesen. In den Klausuren habe ich mich dann oftmals zum ersten Mal mit der jeweiligen Thematik beschäftigt. Gereicht hat das zum Glück immer 😊



6) Hast du Vorbilder in der Literatur? Wen würdest du gern treffen, egal ob tot oder lebendig?

Konkrete Vorbilder habe ich in keinem Lebensbereich, aber natürlich gibt es Menschen bzw. deren Werke, die mich beeindrucken und inspirieren. Da wären zum Beispiel Italo Svevo, Sebastian Fitzek, aber auch J. K. Rowling. Und wenn ich den literarischen Bereich ausweitere, möchte ich auch Filmgrößen, wie Pedro Almodóvar, Alfred Hitchcock und Martin Scorsese nennen.




7) Nach dem Buch ist vor dem Buch. Woran arbeitest du gerade?

Aktuell arbeite ich an der Fortsetzung meines Debüts „Fuck.“. Yessicas Geschichte geht also weiter 😊

Da bin ich ja schon sehr gespannt.


8) Was wärest du schon immer gern gefragt worden, es hat nur noch niemand getan?

Vielleicht, wovor ich Angst habe? Angst ist nämlich ein absolut faszinierendes Thema, wie ich finde. Und gerade beim Schreiben von Psychothrillern steht das Spielen mit der Angst ja im Vordergrund: Angst erzeugen, Angst vermarkten – das ist es, was wir tun. Und obwohl die Angst als solche eine heftige und bedrohliche Emotion sein kann, wenn man beispielsweise an Angststörungen/Panikattacken denkt, ist dieses Gefühl doch für viele erstrebenswert, solange sie sich selbst in Sicherheit befinden. Wie im Kino beim Horrorfilmgucken oder eben auf der Couch beim Lesen eines spannenden Thrillers. Diese sogenannte „Angstlust“ fasziniert mich deshalb, weil ich alles liebe, was im weitesten Sinne mit Grusel zu tun hat, aber im wahren Leben einige Phobien und Ängste mitbringe, wie die vor Spinnen, Achterbahnen oder auch Flugzeugen.




9) Die Frage soll nach Aussage von anderen Interviewpartnern die ich schon hatte ein bisschen gemein sein. Sorry. ;o)

Warum sollen wir deine Bücher lesen?

Die Frage ist nicht leicht zu beantworten, denn meine Art zu schreiben, trifft nicht jeden Geschmack. Meine Texte sind direkt und schnörkellos, ich verzichte weitestgehend auf Beschreibungen von Settings oder Personen. Denn diese sind, aus meiner Sicht, oft überflüssig. Gerade in „Fuck.“ erleben wir die Geschichte aus Yessicas Sicht, einer jungen Frau, die aus Lesersicht oftmals als „naiv“ beschrieben wird – darauf muss man sich einlassen (wollen). Der fragmentarische, sehr reduzierte Erzählstil soll Raum für die eigenen Gedanken lassen. Die wichtigsten Parts stehen quasi zwischen den Zeilen 😊

Worauf ich außerdem großen Wert lege, ist Authentizität. Bevor ich überhaupt anfange zu schreiben, geht es an die Recherche, die weit über das Lesen von Internetartikeln hinaus geht – im Rahmen von „Fuck.“ habe ich mit Prostituierten gesprochen. Sie haben mir ihre Geschichten erzählt, die sich zum Teil auch in dem fertigen Thriller wiederfinden. Ungeschönt und brutal. Wer also am liebsten harmonische Liebesgeschichten mit Happy End liest, sollte die Finger von „Fuck.“ lassen.

Die Antwort gefällt mir wirklich sehr. Danke für Deine Ehrlichkeit.

Vielen Dank für deinen Besuch im Bücherhaus, es hat mir viel Spaß gemacht. Ich wünsche dir noch viel Vergnügen auf der Messe und viel Erfolg mit deinen Büchern.

Herzlichen Dank für das schöne Interview und ebenfalls noch viel Spaß auf der OBM 😊

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