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Montag, 28. Juni 2021

Der Blutkünstler von Chris Meyer


Tom Bachmann seziert Seelen – von Mördern, Psychopathen, Sadisten. Dabei geht er akribisch vor, um das Böse, das diese Menschen in sich tragen, zu verstehen. Tom Bachmann ist ohne Zweifel der beste Profiler seiner Generation. Doch nun bekommt er es mit einem Killer zu tun, der dem Wort Grausamkeit eine neue Dimension verleiht: dem Blutkünstler.

Der Blutkünstler foltert seine Opfer lange und ausgiebig, ehe er ihre Körper dazu benutzt, um etwas Großes zu erschaffen. Ein Kunstwerk. Ein Vermächtnis. Ein Farbenspiel aus Fleisch und Blut.

Tom Bachmann, der „Seelenleser“ des BKA, setzt alles daran, den Blutkünstler zur Strecke zu bringen. Dabei muss er sich einer verstörenden Wahrheit stellen, einer Wahrheit, die erklärt, warum er der Einzige ist, der den Killer aufhalten kann.

Ich hatte mich auf den Blutkünstler sehr gefreut, endlich mal wieder ein handfester, blutrünstiger Thriller, der mich die Nächte durchlesen lässt und Gänsehaut erzeugt, nur leider konnte der Blutkünstler meine Erwartungen nicht ganz erfüllen. Was zum Großteil daran lag, das der Profiler Tom Bachmann der verschollene Bruder Robert Hunters sein könnte, Thrillerfans kennen den sympathischen Profiler aus der Feder Chris Carters.  Tom Bachmann erinnert mit seinem Schicksal sehr an Hunter, nur fehlt ihm leider die Menschlichkeit, die Empathie die einen guten Ermittler ausmacht, ihm nur Probleme aufzuhalsen die ihm und seinem Umfeld das Leben schwer machen, reicht nicht um einen spannenden Charakter zu erschaffen.

Diese Parallelen haben mich tatsächlich gleich zu Beginn der Lektüre etwas geärgert, also habe ich das Buch erst einmal an die Seite gelegt, um es später von vorne zu beginnen, dabei habe ich mich dann auf die Story konzentriert.

Ein Serienmörder versetzt die Menschen in Angst und Schrecken, mehrere Frauen wurden grausam verstümmelt, in ein gelbes Kleid gesteckt und in Szene gesetzt. Ein Kunstwerk aus Fleisch und Blut.
Tom Bachmann bekommt als Neuer beim BKA ein erfahrenes Team an die Seite gestellt, Ira die früher als verdeckte Ermittlerin gearbeitet hat und nichts vom Profiling hält, die Pathologin Nina die bei der Arbeit klassische Musik hört, um dem Grauen ihres Berufs etwas entgegenzustellen und den IT-Experten Phillip, genial und manchmal etwas verpeilt (ein weiteres Klischee 😀). Nach einer gewissen Zeit des zusammen Raufens arbeiten sie gemeinsam auf Hochtouren, um den Blutkünstler zur Strecke zu bringen. 
Durch die verschiedenen Perspektiven erfährt der Leser viel über die Opfer, den Killer und die Ermittler, das macht die Story dann doch durchaus lesenswert.
Chris Meyer hat keinerlei Rücksicht auf evtl. Befindlichkeiten seiner Leser genommen, die Morde werden akribisch beschrieben, ein Pluspunkt des Buches, denn wenn mir ein brutaler und blutiger Thriller versprochen wird dann will ich das auch haben, entweder muss es so sein, das meine Fantasie Purzelbäume schlägt oder wie hier, so genau beschrieben werden, das automatisch Bilder im Kopf entstehen, das ist dem Autor hier zu 100 % gelungen.

Ich bin jetzt zwiegespalten, die Story an sich war gut, stellenweise großartig, aber meine gleich zu Beginn aufkommenden Vorbehalte gegen Tom Bachmann konnte ich nicht komplett ablegen.

Ich vergebe für das Buch eine Leseempfehlung mit Einschränkungen.

  • Herausgeber ‏ : ‎ Ullstein Taschenbuch; 2. Edition (31. Mai 2021)
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Taschenbuch ‏ : ‎ 368 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 3548063764
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3548063768






4 Kommentare:

  1. Hallo,

    die Rezension klingt mega spannend. Ich mag ja solche Geschichten. Kommt direkt auf meine Liste. :)

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  2. Hallo Markus, vielen Dank für deinen Besuch, mich interessiert dann wirklich wie dir das Buch gefallen hat.

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  3. Hallo Manuela,

    ich hatte schon das Gefühl, dass sich das Buch in Richtung Robert Hunter einsortieren lässt. Ich bin ein großer Fan von dieser Serie von Chris Carter. Und das sehe ich auch ein wenig problematisch an. Wenn man "das Original" von Carter kennt und liebt, dann muss ein Protagonist, der sich daran anlehnt, noch besser sein, noch spannender, noch lesenswerter - oder eben eigene Akzente setzen, um nicht nur ein Abklatsch zu sein.
    Ich könnte mir vorstellen, dass ich den "Blutkünstler" lese, wenn ich das Buch mal in der Onleihe erwischen kann. Grundsätzlich scheint das Buch ja doch lesenswert zu sein.

    Liebe Grüße
    Gabi

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    1. Hallo liebe Gabi, vielen Dank für deinen Besuch. Als ich mich erst mal mit Tom abgefunden hatte, gings dann ;o)

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