In Lübeck werden innerhalb weniger Tage drei Männer in ihren Hotelzimmern ermordet. Sie sind identifiziert und dennoch tritt das Team der Lübecker Mordkommission auf der Stelle: Was haben die Opfer in der Hansestadt gewollt? Hauptkommissar Lennart Bondevik ahnt nicht, welche Zerreißprobe auf ihn zukommt, als die Ermittlungen ihn an einen Ort führen, den Menschen aufsuchen, die sich für das verabscheuen, was sie begehren.
Triggerwarnung.
Der Klappentext deutet es schon an, bei Das falsche Tabu, handelt es sich um einen Krimi, bei dem es sich um Kindesmissbrauch handelt. Ein äußerst sensibles Thema, bei dem es schwierig ist den schmalen Grat zwischen Information, Unterhaltung und purer Effekthascherei nicht zu verlassen, dies ist der Autorin Anke Messerle in ihrem Debüt durchaus gelungen.
Und doch ist
Das falsche Tabu nichts für Leserinnen und Leser, die aus welchen Gründen auch immer sensibel auf das Thema reagieren. Noch immer ist das Thema Kindesmissbrauch ein Tabu, darüber spricht man nicht, erst wenn es wieder ein besonders widerwärtiger Fall von Missbrauch in die Medien schafft, spricht auch die Bevölkerung darüber. Doch zum Schutz der Kinder ist es wichtig darüber zu sprechen und es ist wichtig potenziellen Tätern Anlaufstellen zu bieten, an die sie sich wenden können, bevor sie zu Tätern werden und es ist wichtig, das Hinweise aus der Bevölkerung ernst genommen werden, beides ist in Deutschland noch mehr als ausbaufähig. Gerade deshalb sind Bücher wie Das falsche Tabu, so wichtig.
Bondevik und sein Team, arbeiten auf Hochtouren um den Täter zu ermitteln, doch das gestaltet sich als sehr schwierig, denn die drei Männer scheint auf den ersten Blick nichts zu verbinden. Erst der Arnold Winter der Bruder eines der Opfer bringt sie auf die richtige Spur zu einer Klinik in der Präventionstherapie angeboten wird.
Anke Messerle, lässt sich Zeit, sie stellt ihre Protagonisten ausführlich vor, ihre Sorgen und Nöte ohne dabei die Spannung die einen guten Krimi ausmacht aus dem Blick zu verlieren. Das falsche Tabu ist kein Buch, das man schnell mal zwischendurch lesen kann und das liegt nicht nur an den über 400 Seiten, es ist manchmal sehr beklemmend, gerade wenn man selber Kinder hat.
Das Buch bekommt von mir eine Leseempfehlung und ich bin gespannt was die Autorin noch zu bieten hat.
- Herausgeber : Anke Messerle (Nova MD); 2. Auflage 2020 (14. Februar 2020)
- Sprache : Deutsch
- Taschenbuch : 472 Seiten
- ISBN-10 : 3966985543
- ISBN-13 : 978-3966985543

Ich bin bei diesem Thema auch immer sehr sensibel und überlege dreimal, ob ich solch ein Buch lese, auch wenn sie wahrscheinlich richtig gut geschrieben wurden!
AntwortenLöschenHallo Tatjana, aus diesem Grund habe ich die Triggerwarnung geschrieben, jemand der sensibel auf das Thema reagiert sollte vorher schon wissen was ihn evtl. erwartet.
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