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Sonntag, 6. Dezember 2020

Anima Ex Machina von Michael Marrak

 


Acht Monate sind vergangen, seit die Wandlerin Ninive aus der Welt jenseits der Bannmauer zurückgekehrt ist und Aris seine Gabe, tote Materie zu beseelen, für sie geopfert hat. Die Kronstadt gerät in Aufruhr, als beunruhigende Gerüchte aus der Pränumerischen Öde die Runde machen, wonach Wildmechanoiden damit begonnen hätten, sich äußerst merkwürdig zu verhalten. So wurde die Paragrafschaft Vapora von einer Invasion Asterscher Dampfkäfer heimgesucht, die sich wie auf ein geheimes Zeichen hin in die Wolken erhoben, um kurz darauf zu Abertausenden leblos wieder herabzuregnen. Handlungsreisende aus dem Distrikt Ampherion erzählen, in Höhlen und Grotten, die sie als nächtliche Ruheplätze aufgesucht hatten, Scharen schutzsuchender Mechas vorgefunden zu haben, und pilgernde Mönche aus dem Kloster Dualon berichten von Schellern und Makula-Tieren, die sich ihre Messerspindeln und Weidewalzen abreißen würden, um Jagd auf Kleinmechanoiden machten, statt friedlich in Auen und an Berghängen zu weiden. Fast scheint es, als würde sich eine Seuche im Land ausbreiten, die seine mechanischen Bewohner zu irrationalem Verhalten verleitet – aggressiv, ungehemmt, unberechenbar. Und über allem schwebt eine Bedrohung, die älter ist als der Kataklysmus, welcher dem Goldenen Zeitalter der Menschen vor Jahrtausenden ein Ende bereitet hatte. Doch von all dem ahnt Ninive nichts, als sie das Hochland verlässt und erstmals seit vielen Jahren wieder vor den Toren der von beseelten Maschinen bewohnten Kronstadt steht.

 

So weit der Klappentext. Zunächst einmal fällt der Blick aber auf das Cover, das mehr an ein Gemälde als an ein Buch erinnert und vom Autor Michael Marrak selbst gestaltet wurde.
Daran das ich es so früh erwähne, merkt ihr. Ich liebe es.
Mehr noch aber liebe ich den Inhalt.
Ich war wieder einmal überwältigt von der Poesie der Worte, der Sprachgewalt des Autors, der es schaffte Bilder von grenzenloser Schönheit in meinem Kopf entstehen zu lassen, die so nicht zu erwarten sind.Manchmal liegt Schönheit im unerwarteten und in Katastrophen.
Anima Ex Machina ist, wie schon der Kanon mechanischer Seelen, keine leichte Kost, nichts was zwischendurch gelesen werden kann, aber jede Seite, jede Zeile lohnt sich. 

Anima Ex Machina, könnte eigenständig gelesen werden, man findet sich als Leser recht schnell zurecht in der Welt beseelter Maschinen, die die Erde nach dem Kataklysmus, der alles zerstörenden Katastrophe bevölkern, in der Menschen nur eine untergeordnete Rolle spielen. Die Maschinen haben sich ein Leben aufgebaut, sie sind witzig, gemein, brutal, erinnern manchmal an Disneyfiguren, sie sind also erstaunlich menschlich und doch vergisst man nicht einen Moment das es sich um Maschinen handelt.

Könnte eigenständig gelesen werden, schrieb ich, aber warum sollte man das tun?
Warum sollte man sich des Vergnügens berauben das Kanon Universum in seiner ganzen Pracht und Schönheit, mit all seinen Abenteuer kennenzulernen.
Darum meine Empfehlung.
Lest
Der Kanon mechanischer Seelen
dann kauft
Die Reise zum Mittelpunkt der Zeit (eine illustrierte Kanon Novelle) 
und dann lest
Anima Ex Machina, in der die Die Reise zum Mittelpunkt der Zeit, ebenfalls enthalten ist und weitergeführt wird, allerdings ohne die wunderbaren Illustrationen.

  • Taschenbuch : 280 Seiten
  • ISBN-10 : 3902796731
  • ISBN-13 : 978-3902796738
  • Herausgeber : edition mono/monochrom (16. Oktober 2020)
  • Sprache: : Deutsch




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