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Montag, 21. September 2020

Wir sind fünf von Matias Faldbakken


 In der Nähe von Oslo in einem kleinen Ort namens Råset führt Tormod Blystad mit seiner Frau und seinen zwei Kindern ein beschauliches Leben. Nach einer wilden Jugend ist aus Tormod ein verlässlicher Vater und Ehemann geworden. Aber in jeder Familie gibt es eine Lücke, die gefüllt werden muss. So kommt die kleine Hündin Snusken auf den Hof. Die Kinder lieben das Tier sehr, doch eines Tages verschwindet Snusken spurlos. Um seine Kinder zu trösten, mischt Tormod in seiner Werkstatt aus verschiedenen Zutaten ein Ersatzwesen aus Lehm – und fordert damit Kräfte heraus, deren Reichweite er nicht einmal erahnen kann.

»Mit großem erzählerischen Geschick baut Faldbakken eine Spannung auf, von der man weiß, dass sie in die Katastrophe führt.«, Süddeutsche Zeitung, Sophie Wennerscheid

»Matias Faldbakken ist ein Meister des langsamen Spannungsaufbaus. So gut, dass es schon fast wehtut.«, NRK
»Der beste norwegische Roman des Jahres. Eine mit Sprachgewalt vorgetragene Geschichte, die einfach erscheinen mag, aber eine enorme sozialkritische und poetische Wucht entwickelt.«, Dag og tid

»Ein wahrhaft einzigartiges Stück Literatur.«, Jo Nesbø


Mich hat ja der Klappentext dazu bewogen das Buch lesen zu wollen und ehrlicherweise auch die wirklich guten Pressestimmen, ich mag Bücher die mich fordern, mit denen ich mich beschäftigen muss, manchmal lese ich etwas und ein Satz oder ein Absatz gehen mir nicht aus dem Kopf, weil ich das geschriebene nicht ganz verstanden haben, das ist dann wie ein Rätsel das geknackt werden will. Das macht Spaß. Und zunächst schien es auch so, als wäre Wir sind fünf genau das, eine Geschichte wie ein Rätsel das gelöst werden will.

Die norwegische Zeitung Dadsvision meint »Scharf und humoristisch erzählt. Matias Faldbakken ist ein Autor mit einer stählernen Kontrolle über die Sprache.«

Das muss bei der Übersetzung in die deutsche Sprache irgendwie verloren gegangen sein, zwar lässt sich das Buch flüssig lesen und sprachlich stimmt alles aber mir fehlte die angepriesene Schärfe und der Humor.

»Eine amüsante, scharfsinnige und zeitgemäße Fabel vom Drang des Menschen, über sich hinauszuwachsen, die nicht von ungefähr an ›Faust‹ oder die Geschichte von Dädalus und Ikarus erinnert.«, Aftenposten

Ich mag Fabeln, die mochte ich schon als Kind, herauszufinden was hinter der offensichtlichen Geschichte steckt.
Meiner Meinung nach erzählt diese Geschichte, die Geschichte einer Familie die mit 4 Personen nicht komplett ist, ihnen fehlt das Bindeglied, ein Band, das alles zusammenhält, für Tormod wäre das ein weiteres Kind gewesen, das ihm aber von seiner Frau Siv verwehrt wird. Das mit dem Einzug des Hundes die Familie tatsächlich mehr zusammenwächst ist, nicht von langer Dauer zu fragil ist das Konstrukt und zu künstlich, kein Wunder das es nach dem Verschwinden des Hundes zusammenbricht. Das wäre allein eine gute Story gewesen: Ehemaliger Drogensüchtiger schafft den  Absprung mit Hilfe seiner Frau und scheitert am Leben. Aber das wäre vielleicht auch zu banal gewesen. Der geheimnisvolle Ton kommt ins Spiel, der Eigenschaften aufweist, die weit über das normale Maß hinausgehen, nun hat das nichts mit Mystik zu tun, sondern mit Wissenschaft und mit Hilfe der Wissenschaft lernt der Ton, er wächst er gedeiht und wird nach und nach zu so etwas wie ein Familienmitglied, das aber äußerst schlecht behandelt wird. Ich hatte zeitweise tatsächlich Mitleid.

Ist der Ton ein Sinnbild für die Familie, die sich Tormod so sehr wünscht? Eine Familie die wächst und lernt, die gedeiht und die nichts trennen kann? Ich weiß es nicht, ich muss gestehen ich habe das Buch nicht so wirklich verstanden.
Ich habe während des Lesens immer auf einen Geistesblitz gewartet, er kam nicht, auch das Ende ließ mich ratlos zurück.

  • Originaltitel : Vi er fem
  • Gebundene Ausgabe : 256 Seiten
  • ISBN-10 : 3453272994
  • ISBN-13 : 978-3453272996

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