Für den neuen Polizeipräsidenten Teuber zählt nur eins:
Die Aufklärungsquoten.
Dabei ist es ihm egal wer die Verbrechen aufklärt, er interessiert sich nicht für die Menschen, mit denen er arbeitet, man möchte fast sagen: Zum Glück. Denn er bringt Jim Devcon dazu sich die Sache mit dem Vorruhestand, für den sich Jim zwei Wochen Urlaub genommen hatte, um alles zu planen, noch mal zu überlegen. Jims Auszeit erstreckte sich auch auf Mails und sein Handy, so bekam er erst einen Tag vor der Beisetzung mit, das sein langjähriger Chef und Weggefährte Norbert Fringe plötzlich verstorben ist.
Kaum ist Jim wieder im Büro, wird er mit einem seltsamen Fall konfrontiert.
Auf einer Bank sitzt ein Toter und neben ihm eine Frau, die kein Wort spricht.
Niemand kann die Frau, die sich widerstandslos festnehmen ließ, zu einer Aussage bewegen und hier kommt überraschend Tatjana ins Spiel, Jims Kollegin und Lebensgefährtin, die seit traumatischen Erlebnissen nicht mehr arbeitsfähig war. Tatjana beweist ein ungewöhnliches Gespür für die Art wie sie die Frau befragen muss.
Die Autorin erzählt auf zwei Ebenen, wir erfahren wieder einmal mehr über Jim Devcon und sein Team, lernen den neuen Chef kennen und verabscheuen. Jim scheut sich auch dieses Mal nicht, seinen eigenen Weg zu gehen um die ganze Wahrheit herauszufinden.
Und dann ist da, die Ich-Erzählerin, die von einem Mann erzählt, den sie immer nur den Körper nennt und der ihr schreckliches antut.
Die Fantasie schlägt beim Lesen Purzelbäume, beim Lesen bildeten sich Gedanken, die teilweise so schrecklich waren, das ich mir verbot sie weiterzudenken und das, obwohl Eva Lirot zunächst nichts ausspricht.
Erst gegen Ende offenbart sich der ganze Schrecken hinter dem Mord, nichts was ich mir ausdenken konnte kam der Wahrheit auch nur ansatzweise nahe.
Das Buch ist absolut nichts für schwache Nerven, obwohl Eva Lirot ihren Lesern allzu blutige Details erspart, ist es an Grausamkeit kaum zu überbieten. Das widerspricht sich nur solange bis man das Buch liest.
Bei Muttertat Seele in Aufruhr handelt es sich um den mittlerweile 11. Band der Reihe um den Kommissar mit amerikanischen Wurzeln, auch wenn ich normalerweise dafür bin auch die Vorgängerbände zu lesen, diesen Band kann man auch sehr gut für sich lesen oder ihr steigt bei Band 7 ein für die direkte Vorgeschichte.
Fürs pure Lesevergnügen und um einen Einblick in die Entwicklung der Autorin zu bekommen, fangt ihr aber bei Band 1 an. Es lohnt sich.
- Taschenbuch: 225 Seiten
- Verlag: Independently published (3. März 2020)
- Sprache: Deutsch
- ISBN-13: 979-8619839562
- ASIN: B085DRVTRR

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