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Mittwoch, 29. Januar 2020

Dämonenstadt von Frank W. Haubold


Ein Anruf von einem früheren Freund der kurz danach zu Tode kommt, seltsame Träume die ihn zu einer Unbekannten führen, das Auftauchen einer Mappe mit Zeichnungen und eine sprechende Elster verleiten den Schriftsteller Markus Blau dazu seine Heimatstadt Raunburg aufzusuchen. Raunburg ist nicht gerade heimelig, grau und trist liegt die kleine Stadt in der ehemaligen DDR und Markus hat sich nie wohlgefühlt und war seit seinem Weggang nur selten für kurze Besuche wieder in der Heimat.
Markus will herausfinden was mit seinem Freund Big Mike geschah und was in Raunburg vor sich geht, denn etwas Böses scheint sich in der Stadt eingenistet zu haben, aber er hat auch eine Verbündete, die ihn in seinen Träumen an die Stätten seiner Jugend führt und die ihn all die sexuellen Abenteuer mit seinen Jugendschwärmen erleben lässt, zu denen es in der Realität nie kam.
Im Hotel trifft er auf den ehemaligen Kommissar Walter Hombach und sieht sich plötzlich in einen Kriminalfall verwickelt der in den 80er Jahren seinen Anfang nahm.
Dann kommt es zu weiteren Toten, deren Todesumstände auf unterschiedliche Täter hinweisen.

Dämonenstadt verbindet zwei meiner Lieblingsgenres: Krimi und Horror, dementsprechend gespannt war ich, wie der Autor diese glaubwürdig miteinander zu verknüpfen.
Eins kann ich gleich vorweg verraten, es ist ihm gelungen. Schritt für Schritt erfährt der Leser von dem Fall den Hombach vor 30 Jahren unaufgeklärt abgeben musste.
Der Krimiteil, der in der Realität spielt, ist durchaus realistisch und hätte vom Thema auch für ein eigenständiges Buch genug Stoff für einen spannenden Krimi aus der Vorwendezeit geboten, dessen Auflösung erst mit dem Zusammenbruch des Regimes möglich wurde.
Hombach steht am Ende seines Lebens, eigentlich könnte er sich einen ruhigen Lebensabend machen aber das Verschwinden von 15 Menschen, deren Spuren sich in Raunburg verlieren lässt ihn nicht los und auch er wird von Träumen heimgesucht die ihn in die Stadt führen, allerdings sind seine Träume nicht annähernd so angenehm wie die von Markus.
Nach all den Jahren will immer noch jemand verhindern, das das Verschwinden der Menschen aufgeklärt wird und so schwebt auch Hombach in Gefahr.
Kommen wir zum Horrorteil. Markus Träume sind zwar für ihn verstörend und kräftezehrend aber nicht wirklich bedrohlich, er muss im Wachzustand interpretieren was sie ihm sagen wollen, ebenso wie die Leser. Hier habe ich tatsächlich ein klein wenig etwas zu meckern: Raunburg ist ein Hort des Bösen, Dämonen haben die Stadt im Griff, das wird nicht explizit erwähnt, aber man spürt es an der Atmosphäre, die in dem Städtchen herrscht.Ich hätte mir gewünscht etwas mehr zu erfahren, warum sind sie da? Was sind ihre Ziele? Falls sie welche haben. Aber das ist jammern auf hohem Niveau. Bis zum Ende des Buches habe ich nichts vermisst, die Frage stellte sich mir erst nach dem Lesen. Bis dahin bot, das Buch Spannung mit einem Hauch Gänsehaut die Gesamtauflösung war durchaus schlüssig.
Ein Lob auch für den Coverdesigner Timo Kümmel, das Cover fängt die Atmosphäre des Buches sehr gut ein und wenn man genau hinschaut, verrät es auch ein klein wenig vom Inhalt.

  • Broschiert: 352 Seiten
  • Verlag: Atlantis Verlag (15. Januar 2020)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3864027012
  • ISBN-13: 978-3864027017

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