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Donnerstag, 14. November 2019

Die Putzhilfe von Regina Nössler


Inhalt: Franziska ist Mitte 30, als sie Hals über Kopf aus der Provinz nach Berlin zieht, sie lässt alles zurück. Ihren Mann, ihren Job, ihre Eltern und ihren Namen.
Fortan nennt sie sich Marie Weber, mit viel Glück, kommt sie in einer heruntergekommen Wohnung unter. Sie ist stets darauf bedacht, mit wenigen Menschen zu sprechen, um nicht zu verraten, wer sie wirklich ist. Ihre Zeit verbringt sie in den Museen der Stadt. Dort lernt sie Henny kennen, die gerade auf der Suche nach einer neuen Putzhilfe ist. Zögernd nimmt Marie das Angebot an, ohne ihre wahre Identität zu offenbaren hat sie allerdings auch keine andere Möglichkeit Geld zu verdienen. Paralell lernen wir noch Sina kennen, die 15-jährige beobachtet Marie, die sie zufällig immer wieder trifft. Sina ist eine Göre, wie sie im Buche steht, eine freche, faule Schulschwänzerin, aus üblen Verhältnissen.

Meine Meinung: Wenn eine Geschichte den Zusatz: Nichts ist, wie es scheint, verdient, dann diese.
Aus diesem Grund fällt es mir auch so schwer zu erzählen, worum es im Buch im einzelnen geht. Sobald ich auf eine der Protagonistinnen näher eingehen würde, liefe ich Gefahr etwas zu verraten was das komplette Buch spoilert, das will ich natürlich nicht.
Der Leser begleitet Marie durch das Buch, er erfährt einiges aus ihrem Leben vor ihrer Flucht aus einer unglücklichen Ehe, der nicht nur räumlichen Enge ihres Zuhauses. Einzig ihr Beruf erfüllte sie, dort machte sie Karriere, die Doktorarbeit war ein Klacks für die begabte Akademikerin und ihre Habilitation nur noch eine Frage der Zeit. Mit diesem Wissen schlug meine Fantasie Purzelbäume. Wie furchtbar muss ein Leben sein, das eine einfache Trennung nicht reicht?
Die Autorin hat es geschafft das ich für die Protagonistinnen eigene Legenden hinter den erzählten Tatsachen ersann, das ist so spannend wie, im Nachhinein auch amüsant.
Marie als Charakter stürzte mich in ein Wechselbad der Gefühle, mal mochte ich sie sehr und mein Mitleid mit ihr wuchs ins unermessliche, dann wieder tat oder sagte sie etwas das mich mit einem Unbehagen erfüllte, das nicht ganz greifbar aber unterschwellig immer da war und immer stärker werdend in meinem Hinterkopf lauerte. 
Thomas Wörthe schreibt über die Autorin:
... sie korrespondiert mit unser aller Erfahrung, vermutlich deswegen erkennen wir uns so oft in ihren Konstellationen und Konflikten.
dem kann ich nur zustimmen und möchte hinzufügen
vermutlich deswegen vermag sie uns so sehr zu überraschen.

Ich vergebe für Die Putzhilfe, eine absolute Leseempfehlung.

  • Taschenbuch: 402 Seiten
  • Verlag: konkursbuch (25. September 2019)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 388769595X
  • ISBN-13: 978-3887695958







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