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Dienstag, 23. Juli 2019

Zu Staub von Jane Harper

Die beeindruckendsten Bücher, sind oft die, deren Geschichte sich nicht in wenigen Worten zusammenfassen lässt.

Zu Staub

gehört auf jeden Fall in diese Kategorie.

*Zwei Brüder treffen sich am Zaun, der ihre Farmen voneinander trennt. Tief im Outback sind sie einander die einzigen Nachbarn. Ihre Häuser liegen vier Stunden Autofahrt voneinander entfernt.*

Dieser Satz aus dem Klappentext vermittelt einen guten Eindruck der Ausdehnungen des australischen Outbacks. Wer sich hier verirrt oder schlecht ausgerüstet unterwegs ist, ist schon verloren. Das wusste natürlich auch Cam, der mittlere Bruder Bub und Nathans und doch starb Cam qualvoll am Stockman Grab.
Der herbeigerufene Polizeibeamte und der Sanitäter Steve können keinerlei Gewalteinwirkung feststellen, sie vermuten Selbstmord, auch wenn der allseits beliebte Cam keinen Grund dazu hatte, er ist glücklich verheiratet, hat zwei Töchter und auf der Farm steht alles zum Besten.

Zu Staub, ist kein Krimi, diese Genre Einordnung gefiel mir schon nicht bei The Dry, dem ersten Buch das ich von Jane Harper las, aber jetzt ich wusste ja das ich keinen klassischen Krimi erwarten konnte.
Zu Staub ist ein Roman, er erzählt die Geschichte der Brüder. Ihrer Kindheit und Jugend auf der elterlichen Farm. Zeiten die geprägt waren von ihrem gewalttätigen Vater.
Hauptsächlich wird die Geschichte Nathans erzählt, den man durchaus als Hauptprotagonist bezeichnen kann. Nathan wird von den Einheimischen, wegen eines schwerwiegenden Fehlers den er während seiner Scheidung machte, geächtet. Kontakt hat er fast nur noch zu seiner Familie und auch den nur noch sporadisch. Nach und nach offenbart sich die Wahrheit, die Wahrheit über die Vergangenheit und die Gegenwart und die Wahrheit darüber warum Cam starb. Zu diesem Punkt legt die Autorin immer wieder neue Spuren, immer wieder rätselte ich, was geschehen war und was die Person, die gerade im Focus der Erzählung stand damit zu tun haben könnte.
Ich habe dieses Buch in einer Nacht durchgelesen, dieses Vergnügen hatte ich schon lange nicht mehr. Dazu mussten natürlich mindestens zwei Faktoren zusammen kommen. Der erste: Niemand da den meine Leselampe stört. Und zweitens ein Buch das ich einfach nicht aus der Hand legen konnte.
Jane Harper hat mich mitgenommen ins Outback, ich spürte die gnadenlose Hitze, den roten Staub der sich auf alles legt und die Einsamkeit.
Ich bin immer noch fasziniert von der Erzählkunst der Autorin, ihre Beschreibungen machen die handeln Personen lebendig ich konnte jeden Schritt, den sie taten, nachvollziehen und verstehen.

Natürlich ist mir bewusst das bei einer Übersetzung auch immer die Übersetzer von großer Bedeutung sind, leider wird dieser Umstand viel zu selten erwähnt. Diesmal führt aber kein Weg daran vorbei:

Ulrike Wasel und Klaus Timmermann haben einen großartigen Job gemacht.

Ich vergeben für Zu Staub eine uneingeschränkte Leseempfehlung.

  • Broschiert: 416 Seiten
  • Verlag: Rowohlt Taschenbuch; Auflage: 1. (23. Juli 2019)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3499000989
  • ISBN-13: 978-3499000980


1 Kommentar:

  1. Hallo Manuela,
    deine Rezension macht Lust darauf, das Buch zu lesen.
    Viele Grüße
    Gesa

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