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Mittwoch, 24. April 2019

Hexenherz von Monika Loerchner

Seit 550 Jahren regieren Frauen einen großen Teil der Welt, seit sich gegen Ende des 15. Jahrhunderts herausstellte, das alle Frauen Magie beherrschen und sie damit naturgemäß über den Männern stehen. Eine dieser Frauen ist Helena, die junge Gardistin dient der goldenen Frau, der ranghöchsten Hexe mit Leib und Seele. Bis zu dem Tag als ihr Bruder ihr offenbart, dass er sich den Rebellen anschließen will und sie dieses Gespräch nicht meldet.

Helena wird verhaftet und soll mit einem weiteren Gefangenen, einem kleinen Jungen, in die Hauptstadt gebracht werden. Auf dem Weg dorthin gelingt ihr zwar die Flucht, wird aber kurz darauf von Rebellen aufgriffen, denen sie ihre wahre Identität verschweigt.

Ja endlich, Frauen an die Macht und alles wird gut.

So einfach hat sich die Autorin Monika Loerchner das allerdings nicht gemacht.

Die Autorin hat die Vorzeichen umgekehrt, Männer stehen naturgemäß unter den Frauen, ihnen fehlen die Voraussetzungen für die Gleichberechtigung, da sie nicht Magiebegabt sind. Sie bedürfen des besonderen Schutzes der Frauen, das sie im Zuge dessen auch weniger Rechte haben ist halt so.

Nur ist auch in der Welt der Frauen nicht alles eitel Sonnenschein, ohne Magie sind auch Frauen weniger wert, so haben Großmütter nur eine halbe Stimme bei Wahlen, denn sie haben ihre Magie nach den Wechseljahren verloren. Mädchen wachsen in der festen Überzeugung auf, das ihre Magie sie zu dem machen wird was sie einmal sein werden und so fühlen sie sich ohne diese weniger wert.
Nicht anders als in unserer Realität, in der sich Männer denen man die Männlichkeit nimmt die Kraft und Stärke, oftmals wertlos fühlen. Und auch Frauen nutzen ihre Macht und ihre vermeintliche Überlegenheit aus.

Helena wird auf ihrer Flucht von einer Rebellengruppe aufgegriffen, die nicht nur von einem Mann angeführt wird, es haben sich ihr auch Frauen angeschlossen und sie stellt fest, das sie gleichberechtigt sind, ein Schock für die junge Frau, die sich deswegen aus so manch einer brenzligen Situation herausreden muss.

Die Autorin hat einen Roman geschaffen, der nicht nur spannende Unterhaltung bietet, sondern die Leser auch einen kritischen Blick auf unsere Gesellschaft werfen lässt, sie zeigt auf, dass Freundschaft, Liebe und Respekt nichts mit dem Geschlecht zu tun hat.

Ein besonderes Augenmerk möchte ich noch auf die Geschichtstafeln in inneren des Buches richten, dort wird die Geschichte der Welt ab dem 15. Jahrhundert aufgezeigt. Und wir lernen die wichtigsten Gesetze des Goldenen Reichs.

Ich vergebe für Hexenherz eine Leseempfehlung und freue mich schon auf den 2. Band der Reihe.

  • Taschenbuch: 440 Seiten
  • Verlag: Acabus Verlag; Auflage: Originalausgabe (13. Februar 2017)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 386282456X
  • ISBN-13: 978-3862824564

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