Mittwoch, 11. September 2013

Mitteilungsheft:Leider hat Lukas.... von Niki Glattauer


Produkt-Information


Klappentext:

Sehr geehrte Frau Gruber! Leider stört Ihr Sohn Lukas fast jeden Vormittag den Unterricht. Er tratscht und verweigert jede Form der Mitarbeit (Aufzeigen!). In den Pausen nervt er seine Lehrer mit provozierenden Äußerungen oder er schreibt Hausübungen ab. Reden Sie bitte mit ihm! Mag. Reingard Söllner, Klassenvorstand.

 Sehr geehrte Frau Söllner, leider verdirbt uns Ihr Schüler Lukas fast jeden Abend die Stimmung. Er schweigt und verweigert jede Form der Hausarbeit (Tisch decken!). Beim Abendessen nervt er seine Familie mit seinem iTrottel oder er streitet mit seiner Schwester. Reden Sie bitte mit ihm! Mag.tra Sabine Gruber, Mutter.

Lukas ist 13. Renitent, pubertär, hat schlechte Noten also alles ganz normal. Eltern und Lehrerinnen tragen per Mitteilungsheft heftige Schlachten aus, Vater Walter Gruber schreibt sich den Frust in einem Schultagebuch von der Seele. Das Ergebnis: eine hinreißend komische Satire auf die Schule von heute.

Meine Meinung:
Ja so sind sie die lieben Kleinen, sie stören den Unterricht und den Familienfrieden, sie vergessen Benachrichtigungen und die Hausaufgaben, alles andere ist wichtiger als die Schule und wer muss es ausbaden?Natürlich die Eltern und die Lehrkräfte.
Auf humorvolle Weise führt uns der Autor Niki Glattauer durch den beschwerlichen Schulalltag einer fast durchschnittlichen Österreichischen Familie, fast durchschnittlich wage ich zu behaupten, denn in Lukas Familie kümmert sich der Vater Walter um die schulischen Belange seines Sohnes, nachdem Sabine sich dem, neben ihrem Beruf, nicht mehr gewachsen fühlt. Und leider kommt hier auch der Schwachpunkt des Buches, waren die Antworten der Mutter sarkastisch und treffend, *um das Benehmen des Kindes in der Schule soll sich doch bitte die Schule kümmern, sie als Mutter ist ja zum Zeitpunkt wo Handlungsbedarf besteht nicht anwesend* so interpretiere ich die Mitteilung im Klappentext, so versucht  Walter mit geradezu einschleimender Freundlichkeit, die Lehrkräfte zu besänftigen, in Situationen in denen mehr Ernst angemessen gewesen wäre. Ich hatte mir mehr Sarkasmus gewünscht.
Nichtsdestotrotz, finden sich sicher viele Eltern in den beschriebenen Situationen wieder, denn es geht nicht nur um banale Dinge wie vergessenes Schulmaterial  und miese Noten sondern auch um Mobbing, Facebook und völlig überforderte Lehrkräfte, die dem Verhalten ihrer Schüler nichts mehr entgegenzusetzen haben, die nicht genügend geschult sind Mobbing entgegenzuwirken ohne das der betreffende Schüler bloßgestellt wird.
Der Autor hat ein Buch geschrieben, das man ohne Zweifel an einem Tag durchlesen kann, das aber auch zum Nachdenken anregt, was man selber als Eltern besser machen kann um seinem Kind und den Lehrkräften das Leben zu erleichtern und auch für Lehrer die das ganze Kind sehen sollten und nicht nur den Schüler der gefälligst immer hellwach und bereit zur Mitarbeit sein soll.
Ein Lob auch an die Illustratorin, Verena Hochleitner, die Zeichnungen unterstreichen das geschriebene Wort noch mal besonders und sind sehr gut gelungen.
  • Broschiert: 192 Seiten
  • Verlag: Kremayr & Scheriau (31. August 2013)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3218008816
  • ISBN-13: 978-3218008815

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