Samstag, 31. Dezember 2016

Armageddon Rock: Von George R.R. Martin


Der ehemalige Musikjournalist und nur mäßig erfolgreiche Schriftsteller Sandy Blair erhält von seinem früheren Partner Jared den Auftrag, eine Story zum Tod von Jamie Lynch zu schreiben, dem früheren Manager der Band Nazgûl.
Sandy, der gerade unter einer Schreibblockade leidet, an seiner Beziehung zu seiner Freundin zweifelt und sich unterbewusst nach der guten alten Zeit in der sein Kopf und sein Herz voller Wünsche und Träume waren sehnt, macht sich auf den Weg um mehr über den Mord herauszufinden und stößt dabei auf Dinge die er besser hätte ruhen lassen.


1971 wird Peter Hobbins, der Sänger der legendären Rockband Nazgûl, während eines Konzerts auf offener Bühne erschossen. Zehn Jahre später gehen die übrigen Bandmitglieder, begleitet von dem abgebrannten Musikjournalisten Sandy Blair, wieder auf Tour. Doch noch während die Nazgûl ein furioses Comeback feiern, geschehen mehrere bestialische Morde. Sandy beginnt Fragen zu stellen, und schnell wird ihm klar, dass es bei den Konzerten der Band nicht mit rechten Dingen zugeht 


 Zuerst einmal, dies war mein erster eigenständiger Roman von George R.R. Martin, bisher hatte ich nur Wild Cards gelesen, für das der Autor mit Schriftstellerkollegen zusammengearbeitet hatte.
Dann war mir nicht bewusst, wie alt dieses Buch eigentlich schon ist, normalerweise meide ich Bücher in denen die Helden eine Telefonzelle suchen müssen, wenn sie Kontakt zu jemandem aufnehmen wollen.

Zu Punkt 1: Jetzt kann ich verstehen warum es Leser gibt die geduldig auf Bücher des Autors warten. Martins Erzählkunst fesselte mich von der ersten Seite an. Er schickt seinen Protagonisten Sandy auf eine Reise quer durch Amerika, an Orte und zu Menschen die eng verbunden sind mit seiner Vergangenheit und die die Geschichte der friedlichen Revolution erzählen die das Land in den 60iger Jahren auf besondere Weise beeinflussten. Der Autor lässt in Armageddon Rock ein Lebensgefühl wieder auferstehen, er lässt seine Leser teilhaben an den Träumen und Idealen von Millionen von Menschen, die wirklich daran glaubten etwas ändern zu können und die doch scheiterten. Manchmal wünschte ich mir beim Lesen, dabei gewesen zu sein und nicht nur als Teenager in Deutschland die letzen Zuckungen der Flower Power erlebt zu haben.

Andererseits wird Sandys Roadtrip stellenweise zu einem Horrortrip, denn je näher er seinem Ziel kommt, der Aufklärung des Mordes an Jamie Lynch, desto mehr wird klar, das etwas schreckliches geschehen wird.

Zu Punkt 2: Der Telefonzelle. Sonderbarerweise hat mich das überhaupt nicht gestört. Die Handlung hätte genauso gut 30 Jahre später spielen können, da ich die Erstausgabe nicht gelesen habe, kann ich nicht sagen ob Martin einen zeitlosen Schreibstil hat oder ob hier das Lob dem Übersetzer und dem Lektor gebührt.

Mein Fazit:

So wie Sandy Blair seine Reise nicht einfach abbrechen konnte, so lang sie auch manchmal schien so konnte ich das Buch nicht aus der Hand legen, ich musste herausfinden was mich am Ende erwartet.
Ich gebe eine absolute Leseempfehlung.

Das Buch kann direkt beim Verlag bestellt werden.


  • Taschenbuch: 576 Seiten
  • Verlag: Heyne Verlag (14. November 2016)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3453318056
  • ISBN-13: 978-3453318052
  • Originaltitel: Armageddon Rag
  • Übersetzer: Peter Robert