Montag, 23. Juni 2014

Tanz der Tarantel von Kirsten Wulf



Klappentext:
Am frühen Morgen des dritten Tages des Festes zu Ehren von Santu Paulu, dem Schutzheiligen der kleinen Stadt Galatina in Apulien, liegt eine Leiche in der Kapelle des Heiligen: Nicolà Capone, der erfolgreichste junge Pizzica-Musiker aus dem Salento, der zwei Tage zuvor noch einen umjubelten Auftritt hatte. Der brummige Commissario Cozzoli, der gerade in Mailand in einem Antimafiaprozess aussagt, kommt Hals über Kopf zurück und trifft auf Elena Eschenburg. Die Hamburger Journalistin, die sich gerade in Apulien niedergelassen hat, um ein neues Leben zu beginnen, hat den Musiker in den Tagen zuvor für eine Reportage begleitet. Gemeinsam beginnen sie zu ermitteln; die Nachforschungen führen sie in malerische Städte und in uralte Steindörfer, zu Nicolàs Familie und zu seinen Verehrerinnen. Sie stoßen auf Schweigen und stellen fest, dass in Apulien manche Geschichten nur die Musik erzählen kann.
Inhalt:
Als Elena, durch eine SMS in die Kapelle zu Salento gelockt wird und dort den Musiker Nicola tot auffindet, kann sie ihrem Journalisten Naturell nicht widerstehen und macht Fotos von der Leiche, kurze Zeit später bekommt sie die Drohungen auf ihr Handy, irgendjemand muss sie in der Kapelle beobachtet haben und dieser Jemand will die Veröffentlichung der Bilder erzwingen.
Meine Meinung:
Dies war mein erster Roman der Autorin Kirsten Wolfs, etwas skeptisch begann ich zu lesen, eine Deutsche Autorin die einen Krimi schreibt der in Italien spielt, das entsprach so gar nicht dem was ich sonst lese.
Aber schon bald hatte mich Frau Wolf in ihren Bann gezogen, besser gesagt in den Bann Apuliens, ohne ausschweifende Landschaftsbeschreibungen versetzte sie mich gedanklich in das einzigartige Apulien, ich sah die Dörfer in denen Verfall und Wiederaufbau so dicht beieinander liegen direkt vor mir, sah die alten Frauen und die spielenden Kinder im schwächer werden Licht des Tages, die Olivenhaine und die einstmals so prächtigen Palazzo.
Ebenso wie die Landschaft sind auch die Charaktere liebevoll und detailliert gezeichnet, so das Elenas manchmal noch vorhandene norddeutsche Nüchternheit  sehr glaubhaft auf italienische Lässigkeit und geballtes Temperament  treffen.
Natürlich handelt es sich hier in erster Linie um einen Krimi und nicht um einen Reiseführer auch wenn das Buch Lust darauf macht Apulien zu besuchen.Die Aufklärung des Mordfalls, eingebettet in die traditionelle Musik Italiens, wirft viele Fragen nach Täter und Motiv auf, potentielle Täter gibt es einige, die betrogene Ehefrau, die verschmähten Geliebten, der Bruder der auf dem gemeinsamen Grundstück ein Hotel bauen will.Bis zum Schluss tappen so wohl der Leser wie auch Elena und der Commissario Cozzoli im Dunkeln, so das das Buch zu keiner Sekunde langweilig oder auch nur langatmig wird.
Man merkt der Autorin die Liebe zu Italien an und die Freude am Schreiben.
Mein Fazit: Der perfekte Sommerkrimi, für Fans unblutiger und doch spannender Krimis.
5 Sterne


http://www.kiwi-verlag.de/buch/tanz-der-tarantel/978-3-462-04644-1/


ISBN: 978-3-462-04644-1
Erschienen am: 18.06.2014
368 Seiten, Taschenbuch
Kiwi 1378