Mittwoch, 6. November 2013

Bis wir uns wiedersehen von Dinah Jefferies


 


Malaysia 1952, in dem von Unruhen geschütteltem Land, lebt die junge Engländerin Lydia mit ihrem Mann Alec und ihren zwei Töchtern Emma und Fleur ein relativ sorgenfreies Leben, das ändert sich allerdings schlagartig als sie von einer Reise zurückkehrt und das Haus verlassen vorfindet, ihr Mann und ihre Töchter sind verschwunden ohne eine Nachricht zu hinterlassen. Verzweifelt versucht Lydia ihre Kinder wieder zu finden, nicht ahnend, dass ihr Mann nicht wie von seinem Vorgesetzten behauptet in den Norden des Landes versetzt wurde, sondern sich auf dem Weg nach England befindet, wo er sich ohne sie ein neues Leben aufbauen will, auf ihrem Weg in den Norden lernt sie Adil kennen, dessen Rolle in dem Buch mir nie ganz klar wurde, außer das er ihr am Ende hilft die Kinder wiederzufinden, nimmt einen kleinen malaysischen Jungen auf und muss so manche Gefahr überstehen, bevor sie sich ihr alle Zusammenhänge erschließen.
Währenddessen müssen sich ihre Töchter im fernen England an den Gedanken gewöhnen das ihr Mutter vermisst wird und wahrscheinlich tot ist, ein Gedanke mit dem sich besonders die ältere, Emma, nicht abfinden will, sie rebelliert und wird als sie sich gegen einen Kinderschänder zur Wehr, setzt in ein Internat abgeschoben.

Je mehr ich über das Buch nachdenke, desto unwahrscheinlicher kommen mir all die Zufälle vor, die sowohl Lydia als auch Emma widerfahren, zufällige Treffen mit Personen die ihnen helfen können an Orten an denen man es nie vermutet, Emma z.B. trifft im Internat eine Nonne die jemanden kannte der jemanden kannte der ihre Großmutter kannte die ihre Mutter auf Druck ihrer Familie in einem Kloster abgeben musste und die ihr nachdem sie sie mit Hilfe der neuen Freundin ihres Vater ausfindig gemacht hatte hilft ihre Mutter zu finden.
Ein zufälliger Brand, der Alec sehr entgegen kommt, bei seinen Plänen für immer aus Lydias Leben zu verschwinden.

Meine Meinung:
Trotz ein paar Schwächen, ein  lesenswertes Buch der Schreibstil ist manchmal etwas pathetisch, aber er passt in die Zeit, eine Zeit in der auf gepflegte Sprache noch wert gelegt wurde, eine Zeit in der Kinder zu gehorchen hatten und Widerspruch nicht geduldet wurde und wo Müttern bei Fehlverhalten die Kinder weggenommen wurden, das ist ein Punkt an dem ich Alecs Verhalten nicht verstehe, bei einer Scheidung hätte er ohne Probleme das Sorgerecht für seine Töchter bekommen, warum geht natürlich aus dem Buch hervor, so aber traf er eine Entscheidung die traumatisch für die ganze Familie war.
Die Autorin wählte zwei Erzählstränge, einmal die Ich Form, wenn Emma von ihren Erlebnissen berichtet, von ihrer Entwicklung vom Kind zu einem Teenager, in diesen Kapiteln konnte ich mich gut in das Mädchen hineinversetzen, spürte ihre Sehnsucht nach der Mutter und ihren verzweifelten Kampf mit dem Vater um die Wahrheit zu erfahren.
Der zweite Strang, erzählt von Lydia, der Reise durchs Land, ihren Affären und den Rückschlägen auf der Suche, leider bleibt sie mir fremd, ihre Gefühle und Eindrücke bleiben blass, es wird zwar berichtet das sie zusammenbricht als sie vom angeblichen Tot der Kinder erfährt aber ich spüre nicht viel von den Emotionen und so zieht es sich durch das ganze Buch.
Warum das Buch trotzdem 4 Sterne von mir bekommt?
Weil es als gesamt Geschichte berührt, weil die Emotionen die mir die Autorin nicht vermitteln konnte aus mir selber kamen, jeder Mensch der seine Kinder liebt, kann sich vorstellen welches Grauen Lydia erlebt.

  • Taschenbuch: 430 Seiten
  • Verlag: Lübbe Paperback; Auflage: 1. 2013 (20. September 2013)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3785760973
  • ISBN-13: 978-3785760970
  • Originaltitel: The Separation





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