Dienstag, 2. Juli 2013

Falsche Nähe von Alexandra Kui




Um ihr nah zu sein, geht er über Leichen.
Der frühe Unfalltod der Eltern hat Noa und ihre große Schwester Audrey zusammengeschweißt. Durch deren Erfolg als Krimiautorin konnten die beiden gerade in die schicke Hamburger Hafencity ziehen, als plötzlich eine unveröffentlichte Romanidee als reale Mordserie in der Tageszeitung auftaucht. Noa bekommt Zweifel, wie gut sie ihre Schwester eigentlich kennt. Was geschah wirklich an dem Tag, als ihre Eltern starben? Je mehr Noa herumschnüffelt, desto klarer wird: Es gibt jemanden in ihrem Umfeld, der nichts Gutes im Sinn hat, und diese Person ist hochgefährlich.

Meine Meinung:
Ich lese selten Jugendthriller, dieser hier hat mich durch sein gelungenes Cover und den Klappentext angesprochen und ich wurde nicht enttäuscht.
Im Haupteil des Buches geht es vornehmlich um Noa, die gemeinsam mit ihrer Schwester Audrey einer erfolgreichen Thrillerautorin ein luxuriöses Leben in Hamburg führt. Nachdem die Mädchen sehr früh ihre Eltern bei einem Unfall verloren, verwöhnt Audrey ihre kleine Schwester und lässt ihr mehr Freiheiten als eine 17jährige meiner Meinung nach haben sollte, da diese Freiheiten schon seit Jahren gewährt werden.
Erst als Audrey mit ihrem Verleger in Streit gerät, der eine Romanidee von ihr verwirft und sie ihren Frust darüber an ihrer Schwester auslässt, gerät die heile Welt Noas ins Wanken und droht zerstört zu werden, als die Idee des Romans von einem irren Serienkiller in die Tat umgesetzt wird.
Noa findet heraus das der neue Roman in irgendeiner Weise mit ihrer Vergangenheit verknüpft ist und macht sich auf die Suche nach der Wahrheit, die alle inkl. des neuen Freundes ihrer Schwester zu kennen scheinen, dabei gerät sie in tödliche Gefahr.

Alexandra Kui, baut die Spannung langsam auf, eigentlich könnte man das Buch bis kurz vor Schluss für eine Familiengeschichte halten, für die Suche eines Mädchens nach der Wahrheit über ihre Familie und nach den Hintergründen für das teilweise recht seltsame Verhalten ihrer Schwester, wären da nicht die Manuskriptseiten die gleichzeitig die Gedanken des Mörders sind. Es gibt viele Verdächtige, bei manchen dachte ich gleich das es zu offensichtlich eine falsche Fährte ist, bei anderen zweifelte ich bis zum Schluss, das mit rätseln hat Spaß gemacht und die Auflösung blieb bis zum Ende eine Überraschung.
Zwei Dinge haben mich im Roman allerdings trotzdem gestört, der recht sorglose Umgang mit Alkohol, den Noa wohl schon mit 13 Jahren trinken durfte und der ebenso sorglose Umgang mit Entschuldigungen für die Schule, hier habe ich gemerkt das der Roman nicht für mich geschrieben wurde.
Auch fehlten mir persönlich am Ende einige Erklärungen, wie genau wurde der Mörder gefasst, was geschah mit Arne, dem Freund Audreys, der eine große Rolle spielte und dann wohl sang und klanglos abserviert wurde.

Da die Autorin allerdings in der Leserunde erklärte, das für sie eben Noas Geschichte im Vordergrund stand und diese aus erzählt war, die Geschichte auch ohne übermäßige Gewalt wirklich spannend war, vergebe ich trotzdem die volle Punktzahl.
Ich würde das Buch meiner 14jährigen zu lesen geben, mit einer geschwärzten Stelle ;o) Welche? Das müsst ihr selber rausfinden.

  • Broschiert: 288 Seiten
  • Verlag: cbt (28. Mai 2013)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3570162567
  • ISBN-13: 978-3570162569
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 14 Jahren