Mittwoch, 21. November 2012

Stammtischmorde

  • Verlag: Fhl Verlag Leipzig; Auflage: 1., Auflage (3. Oktober 2012)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3942829428
  • ISBN-13: 978-3942829427
Klappentext:
Ist der Pizza-Bote der Mörder? Kann eine Kaffee-Bohne tödlich sein? Stört ein Rollator beim Raubüberfall? Was haben Knochen im Garten mit der Sprengung der Pauliner-Kirche zu tun? Neun Leipziger Autorinnen und Autoren, acht von ihnen am Krimi-Stammtisch der Messestadt vereint, Altmeister Erich Loest als Gast dabei, lassen ihrer Fantasie freien Lauf. Das Ergebnis: Geschichten von Mord und Totschlag, von Liebe und Eifersucht, von Gier und Rache, von Erpressung und Betrug. Mal mit zynischem Zungenschlag, mal sozialkritisch, mal mit einem Schuss schwarzen Humors, ist ihnen eines gemeinsam: Sie fesseln den Leser von der ersten bis zur letzten Zeile. Und die finalen Antworten auf die Fragen, die sie aufwerfen, lösen die Spannung auf verblüffende Weise auf.

Meine Meinung:
9 Leipzigerkrimiautoren haben sich in diesem Band zusammegefunden und ich muss sagen, die Mischung ist als Ganzes betrachtet durchaus gelungen und hat mir einige kurzweilige Lesestunden beschert.
Der Fremde (A. Stammkötter)
Der Autor erzählt einen klassischen Krimi, eine Leiche, ein Verdächtiger, Zeugen, ein Kommisar, dabei aber ein etwas überraschendes Ende und ein Hauch von Mystik, den ich allerdings etwas störend fand bzw. für die Handlung überflüssig, dennoch gut zu lesen.
Es ist schwierig etwas über die einzelnen Geschichten zu schreiben ohne zu viel vom Inhalt zu verraten.
Die Stimme (J. Flieger)
Perfekt, genauso muss eine Kurzgeschichte sein, kurz und knackig und dennoch alles beinhaltend was man braucht um die Geschichte und ihren Hintergrund zu verstehen.
Tote sterben nur einmal (J. Flieger)
Gibt es das perfekte Verbrechen? In dieser Story scheint es so zu sein, andererseits ist das Ende auf zwei Arten auslegbar und so kann der Leser in diesem Fall selbst entscheiden und seine Fantasie spielen lassen welchen Ausgang sie nun nehmen kann, meiner Ansicht nach ist das Ende nämlich offen, in meinen Augen ein Pluspunkt.
Alles oder nichts (E. Loest)
Diese Geschichte hat mir am wenigsten gefallen, für eine Kurzgeschichte war sie mir einfach zu lang, gut der Autor hatte so Gelegenheit die handelnden Personen vorzustellen und auch die Örtlichkeiten zu beschreiben, aber gleichzeitig blähte sie sich dadurch auch etwas au.
Ich weiß, wer es getan hat (M. Kämpf)
Der Versuch einer Psychokrimikurzgeschichte, der meiner Meinung nach leider nicht funktioniert hat, zu offensichtlich offenbarte sich der Täter gleich zu Beginn der Geschichte. Hier wäre mehr, auch besser gewesen.
Dezemberabend (M. Seydewitz)
In dieser Story geschieht keine offensichtliche Tat, das Ende bleibt für den Leser rätselhaft, da man die Hinweise auf zwei Arten deuten kann und gerade das macht den besonderen Reiz aus. Ein Krimi der nicht unbedingt ein Krimi ist, je nachdem wie man das Ende interpretiert. sehr schön und wirklich gut geschrieben.
Ein ehrenwertes Haus (S. Sumburane)
Eine meiner Lieblingsgeschichten in diesem Buch, voll bissigem Humor und Gesellschaftskritik die nicht nur subtil sondern mit dem Holzhammer ausgedrückt wird.
Vom roten Sand ins Licht (S. Sumburane)
Diese Geschichte spielt nicht in Deutschland, sondern in einem Land in dem Gerechtigkeit nur für wohlhabende, einflußreiche Leute zu erreichen ist und in dem eine Mutter Selbstjustiz üben muss um Gerechtigkeit zu bekommen, besonders erschütternd weil man weiß das so etwas in manchen Ländern zum Alltag gehört.
Kinder der Stadt (S.B. Meyer)
Gefiel mir nicht, eine Geschichte nach dem Motto
wenn zwei das gleiche tun ist es noch lange nicht dasselbe.
Das graublaue Kuvert (T. Engelmann)
Wenn die betrogene Ehefrau zur Betrügerin wird und auf Rache sinnt kann das für den Ehemann schon teuer werden, schade das die Frau ihren Mann nicht nur um sein Geld erleichtert, was er meiner Meinung nach verdient hat, sondern auch selber betrügt. Gut geschrieben auch wenn mir das Ende nicht so gefiel.
Der letzte Kopi Luwak (R. Fölck)
Diese Geschichte gefiel mir wieder richtig gut, der Böse bekam seine gerechte Strafe, wer sich an wehrlosen Kreaturen vergeht um Profit zu machen, hat es nicht besser verdient.
Pauliner-Pakt (R. Fölck)
Diese Story führt den Leser ins Leipzig der vergangenen Tage und zu einem Verbrechen das lange Zeit zurück liegt, die Auflösung war schlüssig. Schön für mich als Wessi etwas über die Ostdeutsche Geschichte zu erfahren.